Berlin : Brücke kaputt

Bernd Matthies

geht den Feiertagen ans Eingemachte Der Brückentag bleibt ein nebulöses Phänomen. Er ist zwar für jeden sichtbar in Gestalt von leeren Straßen und geschlossenen Kantinen – doch wenn wir nach den dazu gehörigen Fakten suchen, ist da nichts. Niemand weiß, ob die potenziellen Kunden der Ämter einfach verreist sind und deshalb nicht kommen können, oder ob sie zwar könnten, aber nicht kommen, weil sie glauben: Auf den Ämtern ist heute ohnehin niemand. So verfestigt sich der Freitag nach Himmelfahrt langsam zum Feiertag light. Nicht unverdient in dem Jahr, in dem der 1. Mai schnöde auf einen Sonnabend fiel. Aber fürs Bruttosozialprodukt wäre es besser, wenn alle ackern, statt zu feiern.

Das Gegenrezept ist einfach: 1. Alle herumvagabundierenden Feiertage wie Himmelfahrt und 1. Mai werden auf den kommenden Sonntag verschoben. 2. Alle übrigen Feiertage werden ebenfalls auf den nächsten Sonntag verschoben. Alternative: Sämtliche Feiertage werden gesetzlich in die Woche nach Weihnachten verschoben. Schon bricht auch die letzte Brücke zusammen. Was? Dann machen all die Sonntage keinen Spaß mehr? Stimmt. Die können dann auch weg.

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