Berlin : Büchereien Schönebergs und Tempelhofs kooperieren

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Tempelhof / Schöneberg. Die Stadtbibliotheken von Schöneberg und Tempelhof sollen schon fünf Monate vor der offiziellen Fusion der Bezirksämter enger zusammenarbeiten. Ab August werde man in jeder der neun Filialen der beiden Stadtbibliotheken auch ausgeliehene Medien aus dem anderen Bezirk reservieren, abgeben oder Mahngebühren für sie begleichen können, sagte der Leiter der Tempelhofer Stadtbibliothek, Engelbrecht Boese. Möglich werde das durch den Anschluss Schönebergs an die Computer des Öffentlichen Bibliothekenverbundes (VÖBB). Eine Verwaltungsvereinbarung über die Kooperation wurde Anfang März unterzeichnet. Geplant ist unter anderem auch, Mitarbeiter aus Tempelhof, das schon seit vorigem Jahr im VÖBB ist, in Schöneberg zur Schulung einzusetzen. Einen "entscheidenden Schritt" auf dem Weg zur Fusion der beiden Büchereien nannte Tempelhofs Bildungsstadtrat Ekkehard Band (SPD) die Vereinbarung.

Anfang 2001 sollen die Bibliotheken offiziell fusionieren. "Wir werden unsere ganze Kraft darauf verwenden, die Standorte zu erhalten", sagte Band auf die Frage, ob dann Schließungen anstünden. Zusammengelegt werden bei der Fusion voraussichtlich nur die beiden Bibliotheksverwaltungen. Schon ab August soll die Bücherbestellung zentral erfolgen und zudem eine gemeinsame Servicestelle eingerichtet werden, wo man Ausleihfristen verlängern kann. Band sagte, er hoffe, dass nach der Fusion die bessere Ausstattung der Tempelhofer Bibliotheken mit neuen Medien auch in Schöneberg zum Standard werde. Im vergangenen Jahr habe Tempelhof etwa 400 000 Mark, Schöneberg nur etwa die Hälfte, für Neuanschaffungen ausgegeben. "Wenn man die Bücher nicht erneuert, laufen die Leser weg", warnte Boese. Die beiden Bezirke haben je eine Haupt- und drei Stadtteilbibliotheken, in Tempelhof gibt es zudem eine Fahrbibliothek.

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