Berlin : Bühne frei für die „Dreigroschenoper“

In letzter Minute gab das Bezirksamt das sanierte Haus frei Der heutigen Premiere steht nun nichts mehr im Weg

Matthias Oloew

Die letzte Prüfung dauerte noch einmal mehrere Stunden, aber am Donnerstagmittag war klar: Der Admiralspalast kann wie geplant am heutigen Freitag öffnen und die Premiere der „Dreigroschenoper“ über die Bühne gehen. Große Erleichterung bei allen Beteiligten, vor allem den Bauherren um Falk Walter. „Wir wünschen dem Regisseur und seinen Darstellern, allen Beteiligten und dem Produzenten eine wunderbare Premiere und eine erfolgreiche Spielzeit“, hieß es in einer Erklärung der Admiralspalast-Gesellschafter. Der „Dreigroschenoper“-Produzent Lukas Leuenberger war bis zuletzt sauer über die Bauverzögerung. Am Donnerstag gab es seinerseits keine Stellungnahme mehr.

Am Donnerstag funktionierten nun die Entrauchungsanlage und die Lautsprecher einwandfrei, die Feuerlöscher waren an Ort und Stelle, die Notausgänge frei. Handwerker waren dabei, die noch fehlenden Fenster im Theaterfoyer einzusetzen und die letzten Steine im Hof zu pflastern.

Kurz nach der offiziellen Baufreigabe machte sich der Ehrengast der Admiralspalast-Eröffnung vom Hotel Adlon auf, das restaurierte Gebäude zu besichtigen: Der 102-jährige Johannes Heesters wird nach der „Dreigroschenoper“-Premiere im restaurierten Theatersaal auftreten und Lieder singen, die er als junger Künstler an gleicher Stelle vor über achtzig Jahren sang.

Neben Heesters und der „Dreigroschenoper“ steht bis zum April kommenden Jahres das Programm für das Theater im Admiralspalast fest. Walter und seine Geschäftspartner werden es vorwiegend vermieten an Gastspiele und Showproduktionen, die bisher unter anderem im Schiller-Theater gastierten (siehe nebenstehenden Text). Fest gebucht sind die Trommel-Show „Stomp“ und die Ballett-Show „Les Trockadero de Monte Carlo“ ebenso wie eine Bollywood- Show, ein Konzert von Annett Louisan und ein Gastspiel von Helge Schneider.

Die kleinere Studiobühne im Admiralspalast soll vor allem mit eigenen Produktionen der Admiralspalast GmbH oder mit Koproduktionen bespielt werden. Dazu gehört ein Projekt in Zusammenarbeit mit den Hamburger Kammerspielen: „Sechzehn Verletzte“ mit Michael Degen. Esther Schweins führt Regie bei der musikalischen Komödie „Die drei glorreichen Vier“, die ab dem 15. September läuft. Vorher (und zwar schon ab dem 14. August) gibt es in der Studiobühne „Theatersport“ – improvisierte Abende mit hohem Mitmach-Faktor.

Bis dahin haben die Handwerker aber noch alle Hände voll zu tun. Im Gegensatz zum großen Theater ist die Studiobühne noch nicht fertig. Das gilt erst recht für das Grand Café an der Friedrichstraße, an dem noch so gut wie gar nichts getan ist, und den Club im Keller, der im Rohbau dasteht.

Für die „Dreigroschenoper“ ist die Bühne jetzt aber frei. Produzent Leuenberger hatte sich wiederholt lautstark beklagt und ließ sich bei den Attacken auch von seinen Anwälten nicht stoppen. Stets spielte er darauf an, dass wegen der Baustelle Klaus Maria Brandauer und das Ensemble nicht ordentlich hätten proben können. Es gibt Vermutungen, dass es bei dem Streit auch darum geht, wer bei einem eventuellen Misserfolg der Brecht/Weill-Oper die Verantwortung dafür trägt. Auf jeden Fall will Leuenberger mit seinen Stars an der Premierenparty heute nur kurz teilnehmen. Fest zugesagt haben jedoch unter anderem Max Raabe, Katharina Thalbach und Michael Ballhaus.

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