Berlin : Bühne frei

Frank Jansen

fragt sich, wie naiv Theaterleute sein dürfen Sie sind gute Menschen und lassen keine Gelegenheit aus, beim Engagement für eine bessere Welt zu helfen. Es darf auch provokativ sein. Die Leute im Hebbel-Theater verstehen sich gut mit Autonomen und lassen sich von ihnen auch ein paar ausländische Freunde schicken, die dann einen Saal zum Agitieren erhalten. Nachgefragt wird nicht, und zack! – hat man sich mutmaßliche Sympathisanten griechischer Terroristen ins Haus geholt. Am heutigen Sonnabend sollen nun Anhänger einer „kritischen Solidarität“ mit inhaftierten Ehemaligen der Gruppen „17. November“ und „ELA“ im Haus am Halleschen Ufer auftreten. Dabei wird es auch um die Haftbedingungen gehen, denen die Terroristen in Griechenland ausgesetzt sind. Mag sein, dass es in hellenischen Knästen härter zugeht als bei uns, auch amnesty international beklagt da Missstände. Aber wer spricht über die Menschen, die von den Kommandos der Terroristen ermordet wurden? Im Hebbel-Theater wohl keiner. Da kann man sich schon fragen, ob die vier Millionen Euro, die Berlin für das Theater aufbringt, bis zum letzten Cent gut angelegt sind. Aber vielleicht kann der Kultursenator noch einen Kurs in jüngerer Terrorgeschichte spendieren. (Seite 14)

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