Busse und Bahnen : Verdi ruft morgen BVG-Mitarbeiter zum Warnstreik

Fahrgäste müssen mit Einschränkungen rechnen. Öffentlicher Nahverkehr soll nicht komplett lahmgelegt werden.

Sigrid Kneist,Klaus Kurpjuweit

Im Tarifkonflikt zwischen BVG und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi wird es morgen erneut zu Warnstreikaktionen kommen. Zwischen fünf Uhr morgens und 15 Uhr soll es in verschiedenen Bereichen der Verkehrsbetriebe zu Arbeitsniederlegungen kommen. Das hat gestern die große Tarifkommission von Verdi beschlossen. Anders als bei dem 39-stündigen Warnstreik vor eineinhalb Wochen soll offenbar nicht der komplette Bus-, U-Bahn- und Straßenbahnverkehr lahmgelegt werden. „Es ist nicht das vorrangige Ziel, den Fahrgast zu treffen“, sagte Verdi-Sprecher Andreas Splanemann. Mit Einschränkungen bei Bussen und Bahnen muss jedoch gerechnet werden. „Man kann nicht davon ausgehen, dass alle Linien fahren werden“, hieß es.

Es sollen vor allem technische Abteilungen wie Werkstätten bestreikt werden. Details will die Gewerkschaft erst heute Vormittag bekanntgeben. Über Nacht sollten die Vorbereitungen für die Aktionen beginnen. Verdi will zudem bei den Fahrgästen um Verständnis für die mit den Arbeitskampfmaßnahmen verbundenen Einschränkungen werben. Der vorangegangene, flächendeckende Warnstreik am 1. und 2. Februar war auf starke Kritik in der Bevölkerung gestoßen. Er war nur sehr kurzfristig – erst am Abend vorher – angekündigt worden und dauerte dann länger als einen Tag.

Die Tarifkommission der Gewerkschaft beschloss gestern zudem, dass der für kommenden Montag angesetzte Verhandlungstermin mit dem Kommunalen Arbeitgeberverband, der für die BVG die Tarifverhandlungen führt, doch wahrgenommen werden soll.

Am vergangenen Freitag hatte Verdi-Verhandlungsführer Frank Bäsler noch gesagt, dass es derzeit nichts zu verhandeln gebe. Bisher wurde zudem nicht darüber entschieden, ob es weitere Aktionen geben wird. Um den morgigen Warnstreik hatte es gestern innerhalb der Tarifkommission lange Diskussionen gegeben. Einige Teilnehmer hatten dabei durchaus für härtere Maßnahmen plädiert.

Verdi verlangt für die 12 000 Mitarbeiter der BVG zwölf Prozent mehr Lohn, die BVG hat sechs Prozent angeboten – aber nur für die 1150 Beschäftigten, die nach der Tarifrunde 2005 neu zum Unternehmen gekommen sind.

Für die Stammbeschäftigten soll die Erhöhung nach dem Willen der Arbeitgeber geringer ausfallen, weil sie bereits eine übertarifliche Zulage (Sicherungsbetrag) erhalten. Bisher hat die BVG aber noch keine Angaben darüber gemacht, in welcher Größenordnung Einkommensverbesserungen für die Altbeschäftigten ausfallen können; darüber wolle man am Verhandlungstisch reden. Durchschnittlich bekommen sie nach BVG-Angaben 660 Euro brutto mehr als ihre neu eingestellten Kollegen. Verdi will auch für die Altbeschäftigten acht Prozent mehr.

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