Berlin : BVG macht Tempo bei der U 5

Eile geboten wegen Baustart des Humboldt-Forums. Auch Bahnhof Berliner Rathaus soll früher fertig sein

Klaus Kurpjuweit

BVG-Chef Andreas Sturmowski erhöht das Tempo beim Ausbau der U-Bahnlinie 5. Besonders am Schloßplatz muss sich die BVG sputen, um die künftige Station Museumsinsel so weit vorzubereiten, dass Konflikte mit dem für 2010 geplanten Baubeginn des Humboldt-Forums ausgeschlossen sind.

Schneller als bisher geplant soll beim Bau der Verbindung vom Alexanderplatz zum Brandenburger Tor auch der neue U-Bahnhof am Roten Rathaus fertig werden. Bereits 2014/15 könnten dort Züge der Linie U 5 halten – vorausgesetzt, es gibt das Geld dafür. Bisher war als Termin 2017 oder gar 2020 vorgesehen. Auch die Stadtentwicklungsverwaltung unterstützt die neue BVG-Planung. Der Abschnitt am anderen Streckenende vom Brandenburger Tor zum Hauptbahnhof soll am 8. August in Betrieb gehen.

Als Vorleistung sind zunächst archäologische Arbeiten erforderlich, bei denen das Landesdenkmalamt umfangreiche Funde erwartet. Auch rund 150 Bäume müssen gefällt werden; die ersten noch vor Ende April. Auch das Marx-Engels-Denkmal muss vorübergehend an die nordwestliche Ecke des Forums umziehen. Damit der Bau dann möglichst bald beginnen kann, sollen die Ausschreibungen noch in diesem Jahr erfolgen und wie beim Flughafenbau in Schönefeld auch mittelständischen Unternehmen der Region eine Chance geben.

Am Roten Rathaus reicht der bereits Ende der 20er Jahre gebaute Tunnel schon fast bis zum Rathaus . Unter der Station für die U 5 soll ein Abstellbahnhof gebaut werden, der irgendwann einmal für eine künftige U-Bahnlinie U 10 zu einem Bahnhof erweitert werden könnte. Die U 10 ist als Verbindung vom Adenauerplatz über Wittenbergplatz und Potsdamer Platz sowie Rotes Rathaus/Alexanderplatz nach Weißensee projektiert.

Uneinig ist man sich noch darüber, wie der Bahnhof Berliner Rathaus gestaltet werden soll. Den Architekten des Büros Collignon schweben möglichst große Öffnungen und Glas in der Decke vor, damit viel Licht in die Tiefe dringen kann. Der BVG-Chef zieht eine billigere Lösung vor. Für den Bau der Verlängerungsstrecke vom Alexanderplatz zum Hauptbahnhof waren Mitte der 90er Jahre Kosten in Höhe von etwa 660 Millionen Euro veranschlagt worden. Rund 293 Millionen Euro sind bereits ausgegeben worden, aufgebracht zum größten Teil vom Bund.

Weitgehend aus Bundesmitteln finanziert die BVG auch die Sanierung des bestehenden Netzes. An vielen Stellen sind die Tunnel undicht. Nach Angaben von BVG-Bauchef Uwe Kutscher müssen die Anlagen nach etwa 40 Jahren aufgefrischt werden; an vielen Stellen sei dies in der Vergangenheit oft unterblieben. Wurden nach der Wende vor allem die Anlagen im Ostteil der Stadt saniert, ist derzeit der Westen an der Reihe. Insgesamt rund 300 Millionen Euro sind dafür vorgesehen.

In vielen Fällen muss die BVG die Röhren von außen abdichten und dazu die Straße aufreißen – wie derzeit am Wittenbergplatz oder auf dem Kaiserdamm. Angenehmer Nebeneffekt für die Bezirke: Sie erhalten auf Kosten der BVG eine frisch sanierte Straße. Bei der BVG wundert man sich daher nicht, dass Bezirksverantwortliche lautstark angeblich marode Tunnel bei der U-Bahn beklagen, die dringend saniert werden müssten.

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