Berlin : BVG: PRO von Michael Cramer

Der Autor ist verkehrspolitischer Sprecher der Fra

Seit der Wende sind in den Berliner Nahverkehr 10 Milliarden Mark investiert worden. Trotzdem sind die Fahrgastzahlen um 20 Prozent gesunken. Erhoffte Einnahmen blieben deshalb aus. Schuld daran sind vor allem die zu teuren Fahrscheine. Zahlte eine vierköpfige Familie 1991 noch 1800 Mark für die vier Jahreskarten, muss sie heute 4500 Mark bezahlen. Das ist nicht nur familienfeindlich und unsozial, sondern auch verkehrspolitisch kontraproduktiv.

Zum Thema Ted: Sind niedrigere Tarife für die BVG ein gutes Geschäft? Andere Städte und Regionen gingen intelligente und innovative Wege. Der Verkehrsverbund Rhein Ruhr (VRR) hat 1992 mit der Reduzierung der Tarife um 30 Prozent so viele Fahrgäste gewonnen, dass sich die Einnahmen erhöhten.

In Freiburg machte man schon 1984 ähnliche Erfahrungen. Die Umweltkarte wurde um 30 Prozent billiger, der Preis fünf Jahre lang nicht erhöht. Dennoch stiegen die Einnahmen von 29 auf 43 Millionen Mark. Die Fahrgastzahlen haben sich in fünf Jahren mehr als verdoppelt. Heute nehmen die Freiburger 65 Millionen Mark ein.

Es gibt keinen Grund, warum man in Berlin mit einer deutlichen Tarifsenkung nicht ebenso gute Erfahrungen machen sollte. Mit der jetzt von Bündnis 90 / Die Grünen geforderten Tarifsenkung um 30 Prozent werden die verlorenen Fahrgäste zurückkommen und neue hinzugewonnen. Das ist nicht nur für die BVG, sondern auch für die Haushaltskasse ein gutes Geschäft.

0 Kommentare

Neuester Kommentar