Berlin : CDU Berlin: "Ausgelastet als Fraktionschef"

Christoph Stölzl hat erstmals öffentlich

In der CDU hat der Kampf um die Nachfolge von Eberhard Diepgen als Parteichef begonnen. Bislang hieß es, auch Fraktionschef Frank Steffel habe Ambitionen auf das Amt. Lars von Törne befragte den 35-Jährigen zu seinen politischen Plänen.

Christoph Stölzl hat erstmals öffentlich erklärt, CDU-Landeschef werden zu wollen. Freut Sie das?

Ich begrüße, dass es mit Christoph Stölzl einen geeigneten Kandidaten für den Landesvorsitz gibt.

Erwägen Sie trotzdem weiterhin, sich auch für den Parteivorsitz zu bewerben?

Ich habe immer schon gesagt, dass ich als Fraktionsvorsitzender außerordentlich gut ausgelastet bin. Ich habe hier wirklich genug zu tun. Ich habe mich auch nie selbst ins Gespräch gebracht. Daher erübrigen sich die Spekulationen, ich hätte da Ambitionen. Ich konzentriere mich weiterhin auf die Sacharbeit in der Fraktion, auf die konstruktive Opposition gegen Rot-Rot und auf die inhaltliche Neuausrichtung der CDU.

Glauben Sie, dass Sie als Fraktionschef und Herr Stölzl als Parteichef für diese Neuausrichtung ein gutes Team wären?

Ich weiß nicht, wie viele Bewerber es noch geben wird. Deswegen beteilige ich mich nicht an Personalspekulationen. Ich will mich nicht auf innerparteiliches Schattenboxen einlassen.

Was sind die wichtigsten Aufgaben für die künftige CDU-Führung?

Zentrale Aufgabe ist jetzt, die inhaltliche Erneuerung der Union voranzubringen. An uns sind 10, 12 Jahre Entwicklung in einigen programmatischen Bereichen vorbeigegangen. Da müssen wir jetzt dran arbeiten. Da kann Christoph Stölzl in wesentlichen Bereichen mitwirken. Zumindest für bestimmte Themen wäre er der Richtige. Er ist eben ein Fachmann, kein Generalist. Darüber hinaus müssen wir auch andere Leute einbinden.

Stölzl hat seine Kandidatur erstmals in der Abendschau bekanntgegeben, ohne sich mit Ihnen abzusprechen. Fühlen Sie sich als Fraktionschef übergangen?

Ich hätte mir persönlich gewünscht - und so hatten wir es im Landesvorstand auch besprochen -, dass wir jetzt 14 Tage lang die inhaltliche Diskussion stärker führen und nicht durch Personalien überlagern. Wer Parteivoristzender ist, ist übrigens gar nicht so wichtig. Es geht darum, dass wir unsere Krise als inhaltliche Chance nutzen. Die Chance haben wir, weil diejenigen, die 20 Jahre lang bei den Berliner Christdemokraten in der ersten Reihe standen, jetzt nicht mehr da sind.

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