CDU-Bürgerdialog : "Ein bisschen wie Wünsch Dir was"

Berlins Union lud zum ersten Bürgerdialog ein. Die Ergebnisse sollen ins Wahlprogramm einfließen.

von
Landesvorsitzender und Spitzenkandidat Frank Henkel (Mitte) beim ersten CDU-Bürgerdialog.
Landesvorsitzender und Spitzenkandidat Frank Henkel (Mitte) beim ersten CDU-Bürgerdialog.Foto: Sabine Beikler

Von gemütlicher Kaffeehaus-Atmosphäre kann man in der nüchternen CDU-Bundesgeschäftsstelle nicht sprechen. Trotzdem wählte die Berliner Union das Konrad-Adenauer-Haus in Tiergarten als Ort für den ersten Bürgerdialog am Mittwochabend. Sie lud
zum „World Café“, eine Workshop-Methode, mit der ein kreativer Prozess in gemütlichem Ambiente in Gang gesetzt werden soll. Die Parteispitze war gekommen: der Landesvorsitzende und Spitzenkandidat Frank Henkel, Wahlkampfleiter und Generalsekretär Kai Wegner sowie Kampagnenmanager und Justizsenator Thomas Heilmann.

Fünf Bürgerdialoge sind geplant

Henkel sprach vor 150 Bürgern und Parteifreunden. „Heute gibt es keine Denkverbote, es ist ein bisschen wie Wünsch Dir was“, sagte Henkel. Themenoffen sollten die Gäste in kleineren Gruppen an 17 Tischen diskutieren. Die CDU Berlin plant insgesamt fünf Bürgerdialoge. Am 30. Mai geht es im ehemaligen Strafgericht in Charlottenburg um die Themen Sicherheit und Justiz. Am 2. Juni lädt die CDU zu den Themen Bildung und Schule in die GLS Sprachschule in der Kastanienallee ein. Um Stadtentwicklung geht es beim vierten Bürgerdialog am 7. Juni im „Impact Hub“ am Halleschen Tor. Der fünfte und letzte Dialog am 14. Juni behandelt die Themen Arbeit und Wirtschaft im Bildungswerk der Wirtschaft in der Nähe vom Schillertheater. „Alle Ideen, die auf den Bürgerdialogen vorgeschlagen werden, werden wir prüfen und gegebenenfalls ins Wahlprogramm übernehmen“, sagte Heilmann. Er hatte das erste World Café der Berliner CDU im November im „Impact Hub“ moderiert. Damals folgten 30 Gäste der Einladung. Nach den ersten 20 Minuten Diskussion in kleinen Gruppen wurden die Gruppen neu gemischt. Die Themen waren vielfältig: Sie reichten vom Personalnotstand in der Verwaltung, den Öffnungszeiten der Bibliotheken oder sozialverträglichen Mieten über Fahrradparkhäuser, freien Eintritt in öffentliche Museen hin zu einem Ticket für alle öffentlichen Verkehrsmittel.

Ergebnisse der Bürgerdialoge sollen berücksichtigt werden

Die Berliner CDU will am 15. Juli ihr Wahlprogramm verabschieden, das zu 75 Prozent verfasst ist. Die Ideen aus den Bürgerdialogen werden laut Heilmann in den „Schlussrunden“ berücksichtigt. Henkel sagte, die Themen Bildung, Sicherheit und Wirtschaft seien die Kernthemen für die Christdemokraten in Berlin. Die Union geht mit dem Slogan „Starkes Berlin“ in den Wahlkampf. Auf Plakaten, Kugelschreibern oder Espressotassen wie gestern Abend in der Bundesgeschäftsstelle soll diese Botschaft durch die Stadt gehen. Henkel gibt sich derzeit betont gelassen und lässt sich von den schlechten Umfragewerten um die 19 Prozent nicht einschüchtern. „Wir wollen ein starkes Berlin und weiter Verantwortung tragen.“ Die CDU setze auf einen „intensiven Wahlkampf und ein gutes Ergebnis“.

3 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben