Berlin : CDU-Ensemble

Werner van Bebber

versenkt einen Gedenkstein im Schiffbauerdamm Die CDU wird 60 Jahre alt. Zu ihrer Gründung riefen Politiker wie Jakob Kaiser und Heinrich Krone am 26. Juni 1945 in Berlin auf. Die Gründungskundgebung fand an einem Ort statt, auf den man so leicht nicht kommt: Nicht in den Räumen einer Anwaltskanzlei im Berliner Westen, sondern im Theater am Schiffbauerdamm, heute bekannt als „Berliner Ensemble“. Dessen Chef Claus Peymann kann man, ohne ihm zu nahe zu treten, als wackeren Linken bezeichnen. Im BE soll am Donnerstag ein Festakt zur CDU-Gründung stattfinden. Jetzt kommen CDU-Mitglieder aus Mitte und wollen „am oder in unmittelbarer Nähe“ des BE eine Gedenktafel anbringen oder einen Gedenkstein setzen.

Die Formulierung „am oder in unmittelbarer Nähe“ zeigt, dass die CDU-Leute nicht mit Peymanns Wohlwollen rechnen. Der Theaterchef läßt ausrichten, dass BE sei ein „Haus der Künste“. Weder an Helene Weigel noch an Claus Peymann noch an die CDU solle eine Tafel erinnern. Klare These. Frei nach Kultursenator Thomas Flierl könnte man aber, um die Gegensätze aufzuheben, einen Gedenkstein Berliner Art setzen. Wie der Liebknecht-Sockel am Potsdamer Platz, auf dem kein Liebknecht steht, könnte ein Sockel in den Schiffbauerdamm eingelassen werden. Darauf könnte man sich setzen oder stellen und an Helene Weigel oder Angela Merkel denken.

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