Chronologie : Der neunfache Kindtod von Brieskow-Finkenheerd

Der wohl furchtbarste Fall von Kindstötung in Deutschland hat die Öffentlichkeit geschockt. Eine Chronologie der Ereignisse um den neunfachen Kindstod von Brieskow-Finkenheerd (Oder-Spree).

31. Juli 2005

: Ein Zeuge findet in einer Garage auf dem Grundstück in Brieskow-Finkenheerd bei Aufräumarbeiten Menschenknochen. Die Polizei wird eingeschaltet. Sie entdeckt die Leichen von neun Neugeborenen in Blumenkübeln.

1. August: dpa meldet um 14.38 Uhr: «Neun Leichen Neugeborener entdeckt». Gegen Sabine H. (39) wird Haftbefehl wegen Totschlags erlassen. Sie sitzt in U-Haft. «Wir stehen vor einem Verbrechen, das es in diesem Ausmaß in der Geschichte der Bundesrepublik nach meiner Erinnerung noch nie gegeben hat», sagt Brandenburgs Innenminister Jörg Schönbohm (CDU).

2. August: Auf einer Pressekonferenz wird bekannt: Sabine H. will die Kinder ohne fremde Hilfe zur Welt gebracht haben, habe aber keine Erinnerung an die Todesumstände. Sie sei bei den Geburten stets betrunken gewesen. Die Tatzeit soll zwischen 1988 und 1999 liegen.

6. August: Medien berichten, Sabine H. könne sich erinnern, dass sie sich einmal mit der Geburt habe beeilen müssen, weil ihr Mann gegen 17.00 Uhr von der Arbeit zurückkehren sollte. Von einer anderen Geburt sei ihr noch das Bild eines «kalten blauen Babys» im Gedächtnis, das «in Zellophan gewickelt» gewesen sei.

29. November: Die DNA-Analysen sind abgeschlossen. Bei den toten Säuglingen handelt es sich um zwei Jungen und sieben Mädchen. Eltern der Kinder sind die in Untersuchungshaft sitzende Mutter sowie ihr damaliger Ehemann. Die Todesursache ist noch nicht geklärt.

2. Januar 2006: Der Staatsanwaltschaft liegen die gerichtsmedizinischen Gutachten vor. Sie sollten klären, wie und wann die Kinder zu Tode kamen. Zudem traf das forensisch-psychiatrisches Gutachten zum Zustand der Frau ein. Angaben zu Inhalten wurden nicht gemacht.

8. Februar 2006: Die Anklageerhebung gegen die Mutter wird von der Staatsanwaltschaft Frankfurt (Oder) mitgeteilt. Die Anklage lautet auf achtfachen Mord und eine Kindstötung. (tso/dpa)

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