Berlin : "City-Go": Mit dem Elektromobil ins Grüne

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Sie sind umweltfreundlich, fast lautlos und lassen sich kinderleicht bedienen- Elektroautos. Die Exemplare, die Ulrich Jaenike herstellt, unterscheiden sich auch äußerlich von anderen Fahrzeugen: Sie haben ein buntgestreiftes Stoffverdeck, einen farbigen Rumpf und ungewöhnlich kleine Räder. Dann gibt es aber auch welche, die sind oben ohne und andere, mit einem Kunststoffdach versehen. Egal, ob man sich für einen Zwei-, Vier- oder Sechssitzer entscheidet, etwas haben alle gemeinsam. Sie kommen ohne Türen und Fenster aus. Für Geschäftsführer Jaenike, dem das in Brandenburg ansässige Unternehmen "City-Go" gehört, ist das der Clou. "Man bewegt sich per Auto und kann dabei die Natur pur genießen".

Der Kaufmann hat seiner E-Mobil-Flotte in den vergangenen Monaten einen Test verordnet. Er ist damit über Äcker kutschiert und erkundete auf diese Weise mehrere Parks im Berliner Umland. Auch einige Hotels und das Naturschutz- und Grünflächenamt (NGA) Hohenschönhausen beteiligten sich an diesem ersten Versuch. Dessen Leiter Heinz Nabrowsky zeigt sich von der umweltfreundlichen Idee begeistert. Er könnte sich vorstellen, den vorhandenen Fuhrpark mit einigen E-Mobilen zu ergänzen. "Sie könnten unter anderem für Gerätetransporte eingesetzt werden", sagt Nabrowski. Er geht davon aus, dass das Amt später auf einige herkömmliche Autos verzichtet. Doch bis dahin müsste erst noch die Geldfrage geklärt werden, gibt der Leiter zu Bedenken.

Jaenike bereitet derzeit sein bislang größtes Projekt vor. So soll es ab Frühjahr nächsten Jahres möglich sein, von einigen Berliner S-Bahnhöfen aus, per E-Mobil, das Umland zu erkunden. Antoverleihe entstehen voraussichtlich in Falkenberg, Wartenberg und Ahrensfelde. Gespräche mit den Verantwortlichen laufen seit einigen Wochen, bestätigt der Geschäftsführer. Die Frage, was beispielsweise die Ausleihe eines Fahrzeugs kostet, stünden derzeit nicht im Vordergrund. Jaenike hält allerdings 50 Mark pro Tag für angemessen. Mit einer vollgeladenen Batterie sei es möglich, rund 80 Kilometer zurückzulegen. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 45 Kilometer pro Stunde, doch die Fahrzeuge sollen auf Tempo 25 werden. Wer nicht selbst hinterm Lenkrad sitzen möchte, könnte sich auch einen Chauffeur mieten.

Jaenike verhandelt mit dem Hohenschönhausener Sozialamt über Schulungsmöglichkeiten für Langzeitarbeitslose. In den kommenden Monaten will "City-Go" auch Kontakte zu den Betreibern von Gärten und Parks in der Stadt knüpfen. Jaenike ist außerdem fest davon überzeugt, dass die Mobile nicht nur am Stadtrand eine Chance haben, sondern auch in der City. Wo genau die etwa 1,20 Meter breiten Autos allerdings rollen dürfen, ist noch unklar. Straßenverkehrstauglich sind sie jedenfalls, aber dem Geschäftsführer ist auch klar, dass sie auf der Fahrbahn den Großstadtverkehr behindern würden. "Es gibt Überlegungen, Radwege dafür freizugeben", so Jaenike. Einige Ausflugsrouten sind jedenfalls schon zusammengestellt: Sie führen an Gaststätten, Seen und Parks vorbei.

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