Berlin : Computer legten Britzer Tunnel lahm

Christoph Lemmer

Im Britzer Stadtautobahntunnel gab es am Wochenende wieder ein Computerproblem. Gegen 1 Uhr am frühen Sonntagmorgen riss die Verbindung des computergesteuerten Sicherheitssystems zur Verkehrslenkung Berlin (VLB) und zur Tunnelleitstelle in Tegel ab. Ein Techniker wurde alarmiert, kam aber nach Tagesspiegel-Informationen nicht, mit Verweis darauf, dass die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung keinen Wartungsvertrag für diesen Rechner habe. Wenig später gab es einen Unfall in dem Tunnel, ein Pkw-Fahrer verlor die Kontrolle über sein Auto, raste gegen die Tunnelwand und überschlug sich. Als die VLB-Mitarbeiter für die Bergung den Tunnel für den Verkehr schließen wollten, ging das wegen der Computerpanne nicht. Als sich im Tunnel Rauch entwickelte, schlugen die Sicht-Sensoren an und starteten automatisch das Absperrprogramm. Doch das schloss lediglich die Zufahrt von der Buschkrugallee. Die zweite Zufahrt vom Britzer Damm konnte wegen einer demolierten Schranke nicht geschlossen werden. Das veranlasste den Tunnelcomputer, sich in die Ampelanlagen an der Karl-Marx- Straße und am Britzer Damm einzuklinken und sämtliche Fahrtrichtungen auf Dauer-Rot zu schalten.

Dadurch kam es – trotz der verkehrsarmen Tageszeit – zum Chaos und die Polizei setzte ein gutes Dutzend Beamte ein, um aufgebrachte Autofahrer per Hand über die Kreuzungen zu winken. Im Tunnel waren die Reste des Unfallautos gegen 5.30 Uhr beseitigt. Der Fahrer hatte keine Verletzungen erlitten. Nun verweigerte der Computer die Aufhebung von Tunnelsperrung und Ampel-Rotlicht. Zu diesem Zeitpunkt willigte der bereits nachts alarmierte Techniker doch ein, das System zu reparieren. Weil er das System nicht zurücksetzen konnte, trennte er die Kabel zum Ampelcomputer, um die Karl-Marx-Straße und den Britzer Damm wieder für den Verkehr freizugeben. Erst nach mehreren Stunden lief das System wieder ohne Beanstandung.

Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung bestätigte den Vorfall. Zu Details wollte sich Sprecherin Petra Roland nicht äußern, da die Verantwortlichen wegen des WM-bedingten Arbeitsaufwandes den Sachverhalt noch nicht aufklären konnten.

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