DA KOMMT’S HER : Qualitätskontrollen als Reaktion auf die Pisa-Studie

EVALUATION NACH PISA

Anfang der Nullerjahre versetzte die im Jahr 2001 erstmals veröffentlichte Pisa-Studie die Bildungsrepublik in Aufruhr. Das schlechte deutsche Abschneiden – Deutschland landete bei der erstmaligen Durchführung der Studie nur auf Rang 21 und lag mit 484 Punkten deutlich unter dem OECD-Mittelwert von 500 – brachte die deutschen Bundesländer dazu, selbst Instrumente zu entwickeln, um die Qualität der Schulen zu prüfen, zu bewerten und zu verbessern. In Berlin führte der damalige Bildungssenator Klaus Böger (SPD) die Schulinspektionen ein und schrieb sie 2004 sogar als „externe Evaluation“ im Schulgesetz (§ 9, Abs. 3) fest. Ihr Ziel: die Schulen bei ihrer Qualitätsentwicklung unterstützen und eine kritische Rückmeldung von außen geben.

ERSTE RUNDE

Die erste Runde der Schulinspektionen wurde von 2006 bis 2011 durchgeführt. Über 700 öffentliche Schulen wurden besucht und inspiziert, rund 30 000 Mal saßen die Prüfer im Unterricht. Den Schulen war es freigestellt, ob sie die Berichte der Inspekteure veröffentlichten. Rund ein Drittel der Schulen tat dies freiwillig auf ihren Homepages.

ZWEITE RUNDE

Seit dem Schuljahr 2011/12 läuft die zweite Inspektionsrunde. Bis zum Jahr 2016 werden alle Schulen erneut besucht. Bögers Nachfolger als Bildungssenator, Jürgen Zöllner (SPD), setzte durch, dass eine Zusammenfassung von in der Praxis etwa acht Seiten mit den wesentlichen Ergebnissen des Inspektionsberichts vier Monate nach Erstellung auf der Homepage der Bildungsverwaltung veröffentlicht wird. Die Schulen können dazu eine Stellungnahme publizieren. Es steht ihnen auch frei, den vollständigen Bericht zu veröffentlichen. Insgesamt haben in der zweiten Runde bisher 126 Inspektionen stattgefunden, bisher haben (Stand Mittwoch, 15. August) knapp 70 Berichte den Weg auf die Homepage der Bildungsverwaltung geschafft. svo

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar