Berlin : Dank für menschliche Wärme

-

Das größte Geschenk beim Geburtstagsempfang für den Präsidenten des Zentralrats der Juden war der Jubilar selber. Dank für all das, was er für die Gesellschaft getan hat und tut, das durchzog wie ein Leitmotiv die Ansprachen zum 65sten Geburtstag von Paul Spiegel. Bundespräsident Johannes Rau dankte ihm für seine Freundschaft, die herzlich und wortkarg, verlässlich und dauerhaft sei und lobte Spiegel als „einen, der in der Stille wirkt, der nicht nach Schlagworten sucht“. Er sei froh, immer wieder Gelegenheit zu Begegnungen zu haben, bei denen sie gemeinsam darüber nachdenken, welche Tugenden man neu einüben, welche Werte man bedenken müsse, damit eine Demokratie Luft zum Atmen geben kann.

Der israelische Botschafter Shimon Stein dankte für „die eigenständige Solidarität mit Israel: „Dass die Meinung nicht immer konform mit der israelischen Regierung geht, ist eine normale Sache.“ Stein lobte Spiegel als warmherzigen Menschen mit der Lebensmaxime: „Je mehr man anderen beisteht, desto besser fühlt man sich.“

Spiegels Vize im Vorstand des Zentralrates, Michel Friedman, dankte seinem Präsidenten für die Kunst, Menschen zu begleiten und zu leiten, und für die menschliche Wärme, die Paul Spiegel trotz seines schweren Schicksals immer behalten habe. Mit vergnügtem Lachen wurde Friedmans Bekenntnis quittiert, dass Spiegel für ihn „ein Vorbild an uneitlem Verhalten“ sei doch offenbar reiche er an das Vorbild noch nicht ganz heran. Und zählte hemmungslos die zahlreichen Würdenträger auf, die zu dem von Friedman organisierten Fest gekommen waren: darunter der Vorsitzende des Jüdischen Weltkongresses Israel Singer, die Altbundespräsidenten von Weizsäcker und Herzog, Wolfgang Clement, Renate Künast, Ralph Giordano und, besonders hervorgehoben, Wolfgang Gerhardt. Aber auch der Geehrte selbst fand viele Worte des Dankes.

„Liebe Freunde“, begann er seine Rede schlicht. Dem Bundespräsidenten, dem er seit Jahrzehnten verbunden ist, dankte er dafür, dass er mit seinem Engagement immer deutlich gemacht habe, dass in Deutschland eine Jüdische Gemeinde gewünscht und erwünscht ist. Giora Feidman dankte er für das vorangegangene eindrucksvolle Klarinettensolo. Das letzte Wort behielt Charlotte Knobloch, Vizepräsidentin des Zentralrats: „Sie sind ein Geschenk an Deutschland.“ Bi

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar