Berlin : Das Amüsemang kehrt zurück in die Brunnenstraße

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Die Gegend nördlich des Rosenthaler Platzes hat eine lange Tradition als Amüsierviertel. Schon vor 150 Jahren gab es hier das erste „Berliner CircusTheater“, wie im Buch „Die Brunnenstraße“ nachzulesen ist (Info: Berlin Street Media, Telefon 4606492, www.brunnenstrasse.de). Ende des 19. Jahrhunderts siedelten sich weitere Theater und Varietés an. Aus vielen wurden später Kinos. Es gab so genannte Schmalzstullen-Kinos, in denen Filme rund um die Uhr liefen. Man bezahlte für eine bestimmte Zeit, und wer länger blieb, brachte sich Stullen mit. In den zwanziger Jahren kamen schließlich Tanzsäle in Mode, in denen es hoch her ging. Der Zweite Weltkrieg setzte dem Amüsemang ein Ende. Zaghafte Neuanfänge verschwanden mit dem Mauerbau, der die Brunnenstraße in Ost und West teilte. Inzwischen lohnt es sich aber wieder, in Mitte-Nord auf die Piste zu gehen. Außer dem Pax hat der Kingkongklub in der Brunnenstraße 173 eröffnet, in dem noch richtiges Mitte-Gefühl zu erleben ist: Szeniges Publikum lümmelt sich auf improvisiertem Mobiliar, die Drinks sind relativ billig, der Eintrittspreis kaum der Rede wert, das Musikprogramm vielseitig. Unweit davon (in der Veteranenstraße 25) gibt es das Bergstübl, in dem man sich schon mal zu Bier und Karaoke trifft, und nebenan das FC Magnet Mitte (Nummer 26), in das sich auch Nicht-Fußball-Fans hineintrauen dürfen. Lokalkolorit im doppelten Sinne bietet die Gaststätte Koch (noch eine Legende) in der Brunnenstraße 153. Zu DDR-Zeiten war sie eines der wenigen Lokale, die nicht staatlich betrieben wurden. Wie eh und je kommt hier Hausmannskost auf den Tisch. Die ließen sich auch die Stars schmecken, die nebenan im Sudio B vorm Mikro standen. ling

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