Berlin : Das hilft gegen Jetlag

Björn Rosen

Bei langen Flugreisen gerät die innere Uhr im Gehirn, die den Schlaf-Rhythmus regelt und durch das Licht gesteuert wird, durcheinander. Es dauert ein paar Tage, bis sie umgestellt ist. Bis dahin kann es zu Schlafstörungen oder plötzlichen Müdigkeitsattacken kommen. Mit ein paar Tricks kann man diesen Jetlag aber abschwächen: So sollte man vor einer langen Flugreise Richtung Osten einige Tage früher schlafen gehen – und auch früher aufstehen. Vor Ort dann das Gegenteil: später ins Bett und später in den Tag starten! Während des Fluges gen Osten sollte man nach Möglichkeit schlafen.

Mit einer Reise Richtung Westen kommt der Körper besser klar, weil er mit dem Licht reist, sich der Tag also nur verlängert. Trotzdem kann man leichtem Jetlag auch in diesem Fall vorbeugen, indem man einige Tage vor Beginn des Urlaubs länger aufbleibt und am Morgen später aufsteht. Am Zielort kehrt sich diese Regel wieder um: Dort sollte man dann früher zu Bett gehen und aufstehen.

Wer regelmäßig große Probleme hat und etwa für wichtige Termine fit sein muss, kann sich Medikamente verschreiben lassen. Das meistverkaufte Präparat hierfür ist in Deutschland Ximovan und eigentlich ein normales Schlafmittel. Anders in den USA: Dort gibt es seit 1994 frei verkäufliche Nahrungsergänzungsmittel, die synthetisches Melatonin enthalten – also jenes Hormon, das im menschlichen Körper ausgeschüttet wird, wenn Licht durchs Auge fällt. Es spielt eine wichtige Rolle für den Tag-Nacht-Rhythmus und wirkt schlaffördernd. Melatonin scheint positive Effekte bei Jetlag zu haben.

Ximovan, das Schlafmittel, enthält den Wirkstoff Zopiclon. Er ist so designt, dass er genau auf bestimmte Rezeptoren im Gehirn passt. Eine Ximovan-Tablette wird eingenommen kurz bevor man zu Bett gehen möchte. Im Gehirn heften sich die Zoplicon-Moleküle für mehrere Stunden an die so genannten Gamma-Amino-Buttersäure-Rezeptoren. Die Verbindung des Wirkstoffs mit dem Rezeptor löst bio-chemische Prozesse aus, die die elektrische Ladung der Nervenzellen verändern und das Gehirn innerhalb 20 Minuten auf Schlaf umschalten.

Ximovan ist rezeptpflichtig. 10 Filmtabletten: 14,38 Euro. Alternative: Zoplicon Stada (13,05 Euro), Zodurat (13,50 Euro).

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