Berlin : Das Kreuz mit der Kreuzung

Für Radfahrer wird es vor allem dann gefährlich, wenn Autos rechts abbiegen. Wir haben uns drei Berliner Beispiele näher angesehen

Jörn Hasselmann

21 Radfahrer starben in diesem Jahr bereits im Berliner Straßenverkehr – mehr als in den Vorjahren. Dabei beginnt die dunkle Jahreszeit erst. Viele Opfer gab es erneut durch Rechtsabbieger-Unfälle: Wenn Autofahrer unachtsam abbogen oder wenn Lastwagenfahrer nichts sehen konnten, weil der Radfahrer im toten Winkel des Rückspiegels nicht zu sehen war. Der Fahrradclub ADFC fordert deshalb seit langem einen zusätzlichen vierten rechten Spiegel an Lkw und außerdem die Markierung von Fahrradspuren auf der Fahrbahn statt der althergebrachten Radwege auf dem Gehweg. Dass diese Spuren sicherer sind, zeigt das Beispiel Wilhelmstraße/Behrenstraße – eine von drei Kreuzungen, die wir uns näher angesehen haben. Diesen Radspuren gehört nach Angaben der Verkehrsverwaltung die Zukunft. Doch noch sind sie die Ausnahme in der Stadt, meist gibt es gepflasterte Radwege auf dem Gehweg. Und dank der 1998 geänderten Straßenverkehrsordnung sind immerhin gut zwei Drittel dieser Radwege nicht mehr benutzungspflichtig. Radler können sich also aussuchen, ob sie die Fahrbahn oder den Radweg benutzen. Ausgenommen von dieser Regelung sind bislang große und stark befahrene Straßen – sie sind durch das blaue Radwegschild gekennzeichnet. In einer Reihe von Gerichtsurteilen wurde das Land jedoch verpflichtet, Radler auch auf große Straßen zu lassen – etwa an der Bundesallee. Die Radwege dort, so das Gericht, seien zu gefährlich. Wir zeigen – beispielhaft für die Rad-Fallen in der Stadt – drei der neuralgischen Kreuzungspunkte. Denn Fahrradfahren wird immer beliebter. In Berlin werden zehn Prozent aller Fahrten mit dem Rad erledigt.

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