Berlin : Das Land spart sich rund 2800 Azubis

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Die Zahl der Auszubildenden im öffentlichen Dienst ist im vergangenen Jahr dramatisch gesunken. Bei den Angestellten waren es nur noch 2600 und damit über 46 Prozent weniger als im Jahr 2000. Bei den Arbeitern ging die Zahl um ein Viertel auf rund 1100 zurück. Insgesamt erhielten 9844 Jugendliche eine Ausbildung, im Vorjahr waren es noch 20 Prozent mehr, teilte das Statistische Landesamt gestern mit. Die Dienstleistungsgesellschaft Verdi nennt den Rückgang eine "nicht hinnehmbare Katastrophe". Der Senat will aber noch weiter sparen: Erstmals werden nicht alle Azubis übernommen.

Bisher galt die Regelung, dass alle Auszubildenden für mindestens ein Jahr weiterbeschäftigt werden, um durch die erste Berufspraxis ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt zu erhöhen. Das Gehalt wurde aus dem Topf "Ausbildungsmittel" bezahlt. Dieser Topf sei jetzt leer, begründet eine Sprecherin von Innensenator Ehrhart Körting (SPD) die Absage an eine generelle Weiterbeschäftigung der jungen Leute.

Allerdings bemühe sich die Innenverwaltung, die Auszubildenden, die nicht gebraucht würden, anderweitig "unterzubringen". Im Februar würden sechs fertig, von denen drei schon versorgt seien, über 100 kämen nochmal im August dazu. Bei den jungen Beamten des mittleren Dienstes, von denen im Februar 26 fertig würden, hänge die Weiterbeschäftigung von der Prüfungsnote ab. Die CDU nannte die SPD gestern "wortbrüchig". Seit Jahren sei man sich fraktionsübergreifend einig gewesen, die Jugendlichen wenigstens ein Jahr weiter zu beschäftigen. Jetzt ließen SPD und PDS sie "im Regen stehen".

Insgesamt ist die Zahl der Beschäftigten im Landesdienst weiter geschrumpft, und zwar um 35 000 (13,8 Prozent) auf knapp 220 000. Allerdings arbeiten allein 16 000 von ihnen bei der Krankenhausgesellschaft Vivantes, an der das Land überwiegend beteiligt ist. Ein Großteil des Rückgangs ist auch auf Teilzeitregelungen wie die Altersteilzeit zurückzuführen. 1991 hatte das Land noch knapp 350 000 Beschäftigte.

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