Berlin : Das moderne Brasilien macht sinnliche Augen

Eine Botschaftsausstellung über den „Modernismo Brasileiro“ ist rein zufällig die perfekte Ergänzung zu MoMA

-

STADTMENSCHEN

Anita Malfatti war 20 Jahre alt, als sie 1910 von Sao Paolo, Brasilien, nach Deutschland zum Studium reiste. Vier Jahre blieb sie, wurde später eine der Galionsfiguren des brasilianischen Modernismus. Nun sind ihr „Mann in sieben Farben“, ihre „Dame in Blau“ mit den überaus sinnlichen Augen und andere Werke von ihr und von Vertretern ihrer Generation für kurze Zeit in der Brasilianischen Botschaft zu sehen.

Fans der modernen Kunst, die extra wegen der MoMA-Ausstellung in die Stadt kommen, finden hier ein extra Bonbon, denn die in der Ausstellung „Modernismo Brasileireo“ zusammengefassten Werke sind in Europa nur in Berlin zu sehen und gehen anschließend direkt wieder nach Brasilien zurück. Diese Bilder haben die brasilianische Identität entscheidend geprägt, sagte Botschafter José Artur Denot Medeiros bei der Eröffnung. Tiago de Oliveira Pinto , Leiter des brasilianischen Kulturinstituts, erinnerte daran, dass Brasilien von Europa aus gesehen noch Anfang des 19. Jahrhunderts als Land der Kannibalen betrachtet wurde, deshalb der Werbespruch: „Die Menschenfresser kommen“. Das Interesse war riesig groß, unter denen, die sich als erste vor den Bildern drängten, waren Kunstbegeisterte wie Martin Löer , Annemarie Ziefer , Jochen Feilcke, Marylea van Daalen und zahlreiche Botschafter.“ Die Parallele zur MoMA-Ausstellung sei reiner Zufall, erzählte beim anschließenden Empfang in der Residenz des Botschafters Jörg Sommerlath, dessen eigener Arbeitsschwerpunkt allerdings beim Handel liegt. In der Öffentlichkeit ist er eher bekannt für sein Engagement für die World Childhood Foundation seiner Schwester, der schwedischen Königin. Die herrliche Aussicht auf das nächtliche Berlin genossen an diesem Abend zahlreiche brasilianische Gäste, die mit der Stiftung Alvares Penteado FAAP verbunden sind, die diese Ausstellung überhaupt erst möglich gemacht haben. Für den Botschafter gehört sie zu den wichtigsten, die bislang überhaupt in einer Auslandsvertretung gezeigt wurden. Frau Thera Denot Medeiros , selbst Malerin, führte ihre Gäste noch mit Gelassenheit umher. Aber sie spürte schon, wie sich das Lampenfieber aufbaut. Am 16. März werden es nämlich ihre eigenen Werke sein, die bei einer Vernissage im Gutshaus Steglitz vom geneigten Publikum kritisch in Augenschein genommen werden dürfen. Bi

Bis zum 23. 4. in der Brasilianischen Botschaft, Wallstraße 57, jeweils Mo -Fr 9 bis 13 und 14 bis 17 Uhr

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben