Berlin : DAS SAGEN DIE CHEFÄRZTE ZU IHREN DATEN

Kommentar des Charité Virchow-Klinikums:

Fallzahlen: „Eingeschlossen sind bösartige Tumoren der Gallenblase, -gänge und der Leber, die die statistischen Abweichungen erklären. Gallenblasensteine werden entsprechend den Leitlinien durch minimal-invasive Cholezystektomie entfernt.“

Kommentar der Charité Benjamin Franklin: Nicht leitliniengerechte Therapiewahl: „Aufgrund einer Softwareumstellung wurden 2005 überwiegend Cholezystektomien erfasst, die im Rahmen anderer Eingriffe (Tumoreingriffe an Leber, Gallenwegen und Bauchspeicheldrüse) erforderlich waren, was die Rate von 26 Prozent an nicht-leitliniengerechter Therapie erklärt. Wegen Steinleiden wurden 112 Gallenblasen leitliniengerecht entfernt.“

Kommentar des Dominikus-Krankenhauses: Fallzahlen: „Unsere Patienten haben überdurchschnittlich viele Nebenerkrankungen. Der Altersdurchschnitt liegt über dem des Landes Berlin.“ Wiederholungs-OP: „Von unseren 108 operierten Patienten wurde bei zwei Patienten (ASA 3) auf eine hinzukommende Blutung reagiert. Der weitere postoperative Verlauf gestaltete sich bei beiden Patienten unauffällig.“

Kommentar des Dominikus-Krankenhauses: Todesfälle: „Das Ereignis steht nicht im Zusammenhang mit dem Eingriff. Die Patientin (ASA 3) erlag nach erfolgreicher Operation ihrer schweren kardialen Grunderkrankung.“

Kommentar des Krankenhauses Hubertus: Komplikationen: „Die Rate ergibt sich aus nur 4 betroffenen Patienten, die besonders aufwendig und schwierig zu operieren waren und in Relation zur niedrigen Fallzahl das Ergebnis erheblich beeinflussen.“

Kommentar des Ev. Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge: Todesfälle: „Hier handelt es sich nicht um Todesfälle infolge der Gallenblasenentfernung. Die Todesursachen lagen zum einen in einer terminalen Niereninsuffizienz und damit in der Folge einhergehender mesenterialer Durchblutungsstörung. Zum anderen war die Ursache eine Enzephalomyelitis disseminata (Multiple Sklerose).“

Kommentar des Ev. Krankenhauses Königin Elisabeth Herzberge: Nicht leitliniengerechte Therapiewahl: „Bei den Patienten handelt es sich um multimorbide und/oder dialysepflichtige Patienten oder auch Patienten, die schwere Störungen oder Erkrankungen der Gefäße aufweisen. In derartigen Fällen ist eine leitliniengerechte Therapiewahl häufig nicht möglich.“

Kommentar des Jüdischen Krankenhauses: Komplikationen durch die Operation: Der Wert ist im Berliner Vergleich deutlich zu hoch, aber noch unter dem Wert des Referenzbereiches. Im strukturierten Dialog konnte dieser Wert dadurch erklärt werden, dass von den als Komplikationen verschlüsselten acht Patienten bei fünf eine Fehlverschlüsselung vorlag. Bei diesen Patienten wurden nicht postoperative Komplikationen verschlüsselt, sondern auch postoperativ bestehende Vorerkrankungen. Um diese Fälle bereinigt ergibt sich ein Wert von 2,1 Prozent.

Kommentar des Jüdischen Krankenhauses: Nicht leitliniengerechte Therapiewahl: „Der Wert wurde im strukturierten Dialog überprüft. Es handelt sich um 3 Patienten, bei denen präoperativ sonografisch eindeutige Gallenblasensteine nachgewiesen wurden, die sich intraoperativ dann aber als eingedickte Galle und Steinschlamm herausstellten. Bei einem Patienten hat offensichtlich eine Steinpassage stattgefunden.“

Kommentar des Krankenhauses Bethel: „Höchster Anteil von Hochrisikopatienten im Vergleich“

Kommentar der Schlosspark-Klinik Berlin: Wiederholungs-OP: „Diese wurden zum Teil aufgrund anderer Erkrankungen desselben Aufenthaltes durchgeführt. Nach Neuberechnung: 1,1 Prozent.“

Kommentar der Schlosspark-Klinik Berlin: Todesfälle: „Der Patient verstarb aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung, die nicht im Zusammenhang mit der Gallenoperation zu sehen ist.“

Kommentar des Unfallkrankenhauses: Wiederholungs-OP: „In einem Fall kam es bei einer Notfall-OP bei einem Patienten mit einer Aspirin-Dauertherapie zu einer Nachblutung.“

Kommentar des
Vivantes-Klinikums Spandau: Komplikationen: „Leider wurden bei einigen Patienten bereits präoperativ bekannte Krankheitsbilder als postoperative Komplikationen verschlüsselt und auch Patienten erfasst, die nicht nur an der Gallenblase operiert worden sind. Nach Abzug dieser Fälle ergibt sich eine Komplikationsrate von 3,8 Prozent.“

Kommentar des Vivantes-Klinikums Spandau: Todesfälle:
„Hier wurden vier Patienten dokumentiert, die an ihren bereits vor der Operation bestehenden Erkrankungen (Bauchfellentzündungen, Alkoholdelir, blutende Magengeschwüre) verstorben sind. Ohne diese Fälle wird der Referenzwert von 0 Prozent erreicht.“

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