Berlin : Das SEZ soll nicht baden gehen: Retter aus Leipzig bietet sich an

Sport- und Erholungszentrum schließt am Montag – und öffnet vielleicht im Februar

Claudia Keller

Im Sport- und Erholungszentrum (SEZ) in Friedrichshain gehen am Montag die Lichter aus – und vermutlich im Februar wieder an. Kurz vor Weihnachten wird das SEZ zwar planmäßig schließen, aber das Wasser bleibt in den Becken. Der Berliner Liegenschaftsfonds verhandelt mit der Sportstätten GmbH in Leipzig, die das SEZ sobald wie möglich als Sport- und Wellnesszentrum weiterführen möchte. Die Sportstätten GmbH betreibt seit zweieinhalb Jahren in Markkleeberg bei Leipzig das aufwändig sanierte und luxuriös anmutende Fitness- und Wellnesszentrum „Poseidon“.

„Die Verhandlungen sind konkret und sehr weit“, sagte Holger Lippmann, der Geschäftsführer des Liegenschaftsfonds am Freitag. Bernhard Schebitz, Geschäftsführer der Sportstätten GmbH, lobte, dass die Gespräche mit dem Liegenschaftsfonds und dem Senat sehr „zielorientiert waren und zügig vorangingen“. Nur drei Monate hätten die Verhandlungen bisher gedauert.

Nun müssten noch die erforderlichen Bankbürgschaften geklärt werden. Bernhard Schebitz machte sich am Freitag keine Sorgen: „Unsere Liquidität ist gut bis sehr gut.“ Noch bis zum Jahresende will man den Vertrag schließen. Ende Februar, hofft Lippmann, werde das Abgeordnetenhaus seine Zustimmung zum Verkauf des SEZ geben. „Vielleicht gelingt es uns, das Bad wieder zu eröffnen, bevor der Vertrag wirksam wird“. Geplanter Starttermin ist der 1. Februar.

Bis Ende des Jahres sind die Berliner Bäderbetrieben (BBB) für das sanierungsbedürftige SEZ zuständig. Sie werden das Bad am 23. Dezember schließen und danach eine Woche lang Inventur machen. Ursprünglich war mit dem Liegenschaftsfonds vereinbart worden, dass die BBB dann das Wasser aus den Becken lassen und Teile der Technik in andere Bäder bringen werde.

Nun habe man eine neue Vereinbarung getroffen, sagt Lippmann: Die BBB werde das Bad am 31. Dezember im betriebsfertigen Zustand übergeben und die Technik wie auch das Wasser in den Becken lassen. Für welche Summe die Leipziger Sportstätten GmbH das Sportzentrum an der Landsberger Allee kauft, wollten die Verhandlungspartner am Freitag nicht verraten.

„Für uns ist es wichtig, dass der Sportbetrieb weitergeführt wird“, sagte Lippmann, „die Leistung des Investors wird daran gemessen, dass er den Betrieb aufrechterhält.“ Klar sei, dass der Käufer die Sanierungskosten in Höhe von 25 Milionen Euro übernehmen müsse. Die 130 Mitarbeiter werde die Sportstätten GmbH nicht übernehmen, sagte Lippmann, sondern „höchstens ein paar Techniker von der BBB ausleihen“.

Es habe erhebliche „Effizienzprobleme“ bei vielen Mitarbeitern etwa im Restaurant und im Bowlingbereich gegeben, erklärte Lippmann. „Der neue Investor ist gut beraten, wenn er neue Mitarbeiter aus der Privatwirtschaft sucht.“

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