Berlin : Das Tor wird nicht auf Probe geschlossen

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Wenn beim Brandenburger Tor am 3. Oktober die Hüllen fallen, steht nach Angaben von Verkehrssenator Peter Strieder (SPD) fest, ob wieder Autos durchs Tor fahren dürfen oder ob sie sich vom Pariser Platz fernhalten müssen. Eine Schließung auf Probe werde es nicht geben. Strieder will vorher klären lassen, welche Straßenverbindungen für den Verkehr der nächsten Jahre erforderlich sind. Es habe keinen Sinn, das Tor jetzt „endgültig zu schließen“ – und es vielleicht in wenigen Jahren wieder öffnen zu müssen.

Strieder rechnet damit, dass die Zahl der Arbeitsplätze in der Innenstadt – und damit auch der Verkehr – in den nächsten Jahren zunehmen werden. Insgesamt erwarten die Verkehrsplaner aber ein geringeres Verkehrsaufkommen als Anfang der 90er Jahre prognostiziert worden war. Damals sagten die Experten bis 2010 ein Aufkommen im Ost-West-Verkehr von 8000 Fahrzeugen pro Stunde und Richtung voraus. Inzwischen wurde dieser Wert auf 6400 Autos reduziert. Damals hatten die Planer allerdings angenommen, dass die U-Bahn-Linie U 5 vom Alexanderplatz zum Lehrter Bahnhof und die Straßenbahn auf der Leipziger Straße zum Potsdamer Platz fahren würden.

Den U-Bahn-Weiterbau hat der Senat jedoch gestoppt, und von der Straßenbahn ist bis auf ein paar Meter Schienen auch noch nichts zu sehen. Für die unter diesen Prämissen vorausgesagten 6400 Autos würde der „Stadtkorridor“ zwischen Invalidenstraße und Kanaluferstraßen ausreichen, heißt es in einem Gutachten. Das Brandenburger Tor bliebe dabei Fußgängern und Radfahrern vorbehalten. Voraussetzung dafür ist aber die Verlängerung der Französischen Straße bis zur Ebertstraße mit einer Park-und Fahrspur pro Richtung. Strieder überlegt jetzt, zunächst die Verbindung von der Mauerstraße bis zur Wilhelmstraße herzustellen.

Der Automobilclub von Deutschland (AvD) forderte gestern, das Tor für den Ost-West-Autoverkehr zu öffnen, und die FDP würde Autos gerne in beide Richtungen durchs Tor rollen lassen. Die IHK allerdings sieht dafür keinen Bedarf. Das Tor könne zubleiben, wenn auf die Straßenbahn in der Leipziger Straße verzichtet werde. Klaus Kurpjuweit

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