Berlin : Das war große Kunst

Das Glamourpaar Pitt/Jolie ließ die Verleihung der Goldenen Kamera glitzern – trotz Abwesenheit

Elisabeth Binder

Warum sind Angelina Jolie und Brad Pitt nicht zur Goldenen Kamera in die Ullsteinhalle gekommen? Auch diese Frage beschäftigte viele am Rande der Verleihung des Preises. Als Überraschungsgäste waren sie eigentlich fest erwartet worden, zumal sie sich seit Tagen in der Stadt aufhielten und bei ihren Unternehmungen von „Bild“-Fotografen immer wieder aufgespürt worden sind.

Die Antwort ist ganz einfach: Berlin ist auch ganz ohne Glamour für Hollywood-Stars inzwischen eine Reise wert. „Es war völliger Zufall, dass sich die beiden gerade in dieser Woche auf einem privaten Trip in der Stadt aufhielten“, sagt Beate Wedekind, die Produzentin der Goldenen Kamera. Es sei zwar richtig, dass man sich schon seit drei Jahren bemühe, die beiden oder einen der beiden als Preisträger für eine Goldene Kamera hierher zu bekommen. „Es gibt aber Gegebenheiten, die eine Teilnahme unmöglich machen, selbst wenn sie in der Stadt sind.“ Da lassen sich manchmal die Vorstellungen einfach nicht in Übereinstimmung bringen. Der Hintergrund ist die Tatsache, dass Angelina Jolie keine offiziellenTermine wahrnimmt, weil sie hochschwanger ist. Also wahrscheinlich andere Prioritäten hat, als in einem viel zu dünnen Abendkleid lange auf dem roten Teppich zu posieren und den Abend bei einer Preisverleihung zu verbringen. Dass Brad Pitt keine Lust hat, seine Liebste in dieser Situation allein zu lassen, nur um eine weitere Trophäe einzusammeln, wird jeder Mann auch gut nachvollziehen können. Selbst wenn er nicht, wie der verliebte Hollywood-Star, sogar seine Haarfarbe der seiner Frau angleicht, um auch auf dieser Ebene mit ihr völlig zu verschmelzen.

Die beiden haben sich tatsächlich ganz privat vergnügt in der Stadt. Angelina Jolie zum Beispiel hat einen Rundflug über die Stadt gemacht, offenbar um die für ihre Privatpilotenlizenz notwendige Anzahl von Stunden zusammenzubekommen. In Prenzlauer Berg kaufte sie für ihre beiden Adoptivkinder, den vierjährigen Maddox und die einjährige Zahara Spielzeug ein, unter anderem Kuscheltiere. Brad Pitt, der ein Faible für Architektur hat und mit Berliner Architekten befreundet ist, hat sich derweil Anregungen für ein neues Haus geholt. Zum Beispiel wurde das populäre Paar auch im Designerhotel „Q“ und im Restaurant „Nola“ am Weinberg gesehen.

Das Paar steht auch deshalb im Blickpunkt des Interesses, weil eine Hochzeit offenbar unmittelbar bevorsteht. Gestern Mittag sollen sie Berlin verlassen haben. Vielleicht ging’s ja zum Comer See in die „Villa d’Este“. Die „Bunte“ jedenfalls schreibt in ihrer aktuellen Ausgabe, dass sich dieses Hotel besonders gut eigne, schon weil es in der Nähe von George Clooneys Haus liegt.

Ein anderer Star ist immerhin noch in Berlin geblieben. Hollywood-Legende Jerry Lewis will am heutigen Samstag noch eine ebenfalls von Beate Wedekind produzierte ZDF-Gala aufzeichnen, außerdem am Sonntag in der American Academy sein neues Buch vorstellen. Eigentlich sollte er bei der Goldenen Kamera als Laudator für seinen Landsmann Larry King auftreten, der für seine journalistischen Verdienste geehrt werden sollte. Der konnte im letzten Moment aber nicht kommen, weil er wegen der Bush-Rede, journalistischen Verpflichtungen nachgehen musste. Jerry Lewis zeigte bei der Verleihung einen Sketch und genoss ansonsten sein Besichtigungsprogramm.

Er ging ins Jüdische Museum und zum Holocaust-Mahnmal, besuchte das Centrum Judaicum und pflegte eines seiner liebsten Hobbys: den Einkaufsbummel. Als guter Amerikaner hatte er es unter anderem auf Mauerstückchen abgesehen. Nebenbei arbeitet er in seiner Suite im Ritz-Carlton an einem Broadway-Musical, bei dem er im nächsten Jahr Regie führt. Noch ein Beweis dafür, dass Berlin auf der Agenda von Hollywood-Stars längst ein ganz normales Reiseziel geworden ist.

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