Berlin : Das Warten geht weiter

Übergang auf die Oberschule: Zustellung der Bescheide verzögert sich

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Klassenlotterie. Viele Schüler wissen noch nicht, ob sie Glück hatten. Foto: Paul Zinken
Klassenlotterie. Viele Schüler wissen noch nicht, ob sie Glück hatten. Foto: Paul Zinken

Fehlanzeige, noch kein Bescheid angekommen: Viele Schüler und Eltern, die am Samstagvormittag bange oder erwartungsfroh zum Briefkasten eilten, kehrten frustriert in die Wohnung zurück. Denn offenbar sind viele Briefe der bezirklichen Schulämter noch nicht angekommen, aus denen hervorgeht, ob ein Kind einen Platz in der siebten Klasse seiner weiterführenden Traumschule bekommen hat – oder wenigstens in einer alternativ gewählten Wunschschule untergekommen ist. Die berlinweit mit der Zustellung beauftragte Pin AG war zwar im Großeinsatz, doch die insgesamt rund 27 000 Bescheide wurden von den Bezirken am Freitag teils derart verspätet aufgegeben, dass etliche erst am Montag die Schüler erreichen werden.

Ella Siegfried aus Pankow rannte gleich mehrfach vergeblich zum Postkasten und hielt umsonst nach den grünen Pin-Briefträgern Ausschau. Nun ist sie „schon etwas nervös“ übers Wochenende, ob es klappt mit dem als Favorit angegebenen Carl-von-Ossietzky-Gymnasium ganz in der Nähe ihrer Wohnung. Sie vertraut zwar auf ihren guten Notendurchschnitt, aber dies ist nach dem neuen Auswahlverfahren nicht das einzige entscheidende Kriterium. Dreißig Prozent der Plätze einer Schule werden verlost, zehn Prozent sind Härtefällen vorbehalten. Es bleibt also etwas Unsicherheit – vor allem an Schulen, die wegen besonderer Angebote begehrt sind.

Zum Beispiel die Sophie-Scholl-Europaschule an der Elßholzstraße in Schöneberg. Louise Vanassche (11) aus Prenzlauer Berg wollte gerne auf deren bilingualen deutsch-französischen Zweig, bekam aber am Samstag eine Absage. Immerhin hat sie Erfolg mit ihrer zweiten Wahl. Es ist die Georg-von-Giesche-Schule in Schöneberg mit dem gleichen bilingualen Angebot. Nachteil: Um diese am Hohenzollerndamm zu erreichen, muss Louise einmal mehr umsteigen.

Wie berichtet, sollen laut Bildungsverwaltung 93 Prozent der Bewerber eine ihrer drei Wunschschulen zugeteilt bekommen. Optimismus sei angebracht, heißt es – auch hinsichtlich der Zustellung: Die Pin AG verspricht, „sich „mächtig zu beeilen.“ Christoph Stollowsky

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