Das Wasserwerk Altglienicke verfällt : Vorläufiges Ende eines Denkmals

Das ehemalige Wasserwerk im Treptower Ortsteil verkommt. Nun wollen die Wasserbetriebe es verkaufen – das könnte schwierig werden.

von
Schon seit etwa 20 Jahren rottet das denkmalgeschützte Ensemble am Grünauer Kreuz vor sich hin. Zum Wohnen ist es wegen der Bahn nebenan ungeeignet.
Schon seit etwa 20 Jahren rottet das denkmalgeschützte Ensemble am Grünauer Kreuz vor sich hin. Zum Wohnen ist es wegen der Bahn...Foto: Stefan Jacobs

Vielleicht war es ein Fehler, der kleinen Straße 87 im Treptower Ortsteil Altglienicke einen richtigen – und dann ausgerechnet diesen – Namen zu geben. Oder war die Umbenennung als Mahnung gemeint? Seit Ende 2003 heißt die mit buckligem Kopfsteinpflaster belegte Sackgasse nahe dem S-Bahnhof Grünau „Am Pumpwerk“. Doch das gammelt schon seit seiner Stilllegung Anfang der neunziger Jahre vor sich hin. Die Berliner Wasserbetriebe (BWB) hatten das neogotische Ensemble von 1905 mit seinen markanten backsteinernen Fensterrahmen auf weißem Putz schon abreißen wollen. Als das Bezirksamt signalisierte, dass das 45 000 Quadratmeter große Gelände dann aufwendig zu renaturieren sei, zogen die BWB den Abrissantrag zurück. Jetzt weisen Schilder auf Videoüberwachung hin, und hinter einem verschlossenen, aber nicht unüberwindbaren Zaun nagt die Zeit an den verwaisten Wohn- und Technikgebäuden.

Nach Auskunft von BWB-Sprecher Stephan Natz vereint die im Grünen gelegene Immobilie fast alle denkbaren Schwierigkeiten: Natur-, Grundwasser- und Denkmalschutz plus Schäden durch Brandstiftung und Vandalismus in den Nachwendejahren. An zwei Seiten verlaufen hinter dem Gebüsch die Bahntrassen des Grünauer Kreuzes. „Wohnnutzung geht dort nicht“, sagt Natz. Laut einem eigens bestellten Gutachten sei der Bahnlärm selbst mit Schallschutzwänden nicht ausreichend zu dämpfen. Wegen der Naturschutzvorgaben gehe außerhalb der insgesamt 10 000 Quadratmeter großen Gebäude „gar nichts“, und obendrein müsste das Grundstück teuer erschlossen werden. Die Holperstraße führt jenseits des Wasserwerkes nur noch zu ein paar Kleingärten.

Nach Auskunft von Natz haben sich die Wasserbetriebe mit dem Bezirksamt geeinigt, das Areal auszuschreiben. Denkbar sei irgendeine Art von Gewerbe, das sich auf die Gebäude beschränke. Die BWB wollen das Objekt loswerden: „Wir brauchen es nie wieder.“

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

1 Kommentar

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben