Berlin : Das Wrack stammt von einem Bomber

Fundstelle bei Treuenbrietzen wegen Explosionsgefahr weiträumig abgesperrt

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Brisanter Fund. Das Wrack solch eines Bombers wurde gefunden. Foto: pa/illustrat
Brisanter Fund. Das Wrack solch eines Bombers wurde gefunden. Foto: pa/illustratFoto: picture-alliance / (c) Illustrat

Treuenbrietzen – Bei dem in einer Baugrube am Rande von Treuenbrietzen entdeckten Flugzeug aus dem Zweiten Weltkrieg handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um einen britischen Bomber. Darauf deuten die am Mittwoch geborgenen ersten Teile hin, die Fachleute als Ausrüstungen einer „Avro Lancaster“ identifizierten. Die viermotorige Maschine hatte eine Spannweite von 31 Metern, konnte eine Bombenlast von bis zu 6300 Kilogramm tragen und hatte eine siebenköpfige Besatzung. Es wird vermutet, dass sich auch die sterblichen Überreste der Männer in der Grube befinden.

Allerdings ziehen sich die Bergungsarbeiten hin. Erst für den heutigen Donnerstag wird ein Spezialbagger erwartet, der mit einem Sicherheitsglas zum Schutz vor möglicherweise detonierender Munition ausgestattet ist. Der Munitionsbergungsdienst schließt nicht aus, dass sämtliche Bomben noch an der Absturzstelle liegen.

Deshalb sperrte die Polizei den Fundort nordwestlich von Treuenbrietzen weiträumig ab. Außerdem sollen damit mögliche Souvenirjäger vom Fundort abgehalten werden. Die Maschine ist von einer rund zwei Meter dicken Schlammschicht bedeckt, so dass sich sowohl Metall als auch Uniformen und andere Teile sehr gut erhalten haben dürften. Am Mittwoch wurden bereits zwei Maschinengewehre samt Munition geborgen.

„Nach Augenzeugenberichten sollen deutsche Jäger den britischen Bomber in der Luft angegriffen und abgeschossen haben“, erzählt Ortschronist Wolfgang Ucksche. „Das geschah wohl Ende März 1944 gegen 22.30 Uhr. Der Krater wurde offenbar einfach zugeschüttet. “ Ein übliche Route für die Bombenflugzeuge nach Berlin führte direkt über Treuenbrietzen. „Möglicherweise ist die Maschine beim Absturz in zwei Teile zerbrochen und wir finden in der Grube nur noch einen Rest“, meint Ucksche. „Vielleicht aber steckt da im Schlamm ein kompletter britischer Bomber“. Die Stadt jedenfalls rechnet schon mit Bergungskosten von mehreren 10 000 Euro. Claus-Dieter Steyer

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