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Demonstration in Berlin : Proteste gegen israelfeindliche Al-Quds-Demonstration

Einige Hundert Menschen haben in Berlin gegen die anti-israelische Al-Quds-Demonstration radikaler Muslime protestiert. Unter den Teilnehmern waren Vertreter mehrerer Parteien.

Kundgebung und Demonstration vom George-Grosz-Platz zum Breitscheidplatz in Berlin gegen den Al Kuds-Tag.
Kundgebung und Demonstration vom George-Grosz-Platz zum Breitscheidplatz in Berlin gegen den Al Kuds-Tag.Foto: DAVIDS/ Florian Boillot

Mehrere hundert Menschen haben am Freitagnachmittag in der City-West an der israelfeindlichen Al-Quds-Demo teilgenommen. Angemeldet waren 2000. Im Einsatz waren 500 Polizisten. Die Demo verlief laut Polizei friedlich. Vor Beginn des Aufzuges beschlagnahmte die Polizei am Adenauerplatz etwa 15 bis 20 Plakate. Diese hätten gewaltverherrlichenden Charakter gehabt, sagte ein leitender Beamter.

SPD, CDU, Linke, Grüne und FDP sowie fast 40 verschiedene Organisationen hatten zu einer Gegendemonstration unter dem Slogan „No-Al-Quds-Tag“ aufgerufen, darunter das Jüdische Forum für Demokratie und gegen Antisemitismus (JFDA), die Amadeu Antonio Stiftung und der Lesben- und Schwulenverband Berlin-Brandenburg (LSVD). Auch der israelfreundliche Teil der Antifaschistischen Aktion (Antifa) organisierte eine Gegendemo. Der Bezirk Charlottenburg-Wilmersdorf hisste am Rathaus Charlottenburg eine Israel-Fahne.


Die Veranstalter der Gegendemo, die vom Ku’damm zum Breitscheidplatz zog, hatten 800 Teilnehmer angemeldet, auch hier kamen laut Polizei mehrere hundert Menschen. Bei der Auftaktkundgebung trat auch Innensenator Andreas Geisel (SPD) auf: „Als Freund Israels und des jüdischen Glaubens schmerzen mich die Parolen und Schmähungen auf den Demonstrationen zum Al-Quds-Tag sehr.“ Am liebsten hätte er die Demo verboten, dies sei aber rechtlich nicht möglich. „Das Recht auf Meinungs- und Versammlungsfreiheit ist ein wesentliches Merkmal unserer Demokratie. Und dazu stehen wir“, sagte Geisel.

Das Bündnis kritisierte, dass „offen antisemitische Kräfte durch die Straßen Berlins marschieren und ihre Hass-Parolen skandieren“ dürfen. Die Organisatoren forderten ein Verbot des Al-Quds-Marsches. Dieser findet seit 1979 jährlich statt, damals hatte der iranische Revolutionsführer Khomeni aufgerufen, für die „Rückeroberung“ von Jerusalem (arabisch: Al-Quds) zu demonstrieren. Israel hatte Ost-Jerusalems während des Sechs-Tage-Krieges 1967 besetzt.

Der Aufmarsch führte über den Kurfürstendamm. „In der Nähe der Demonstrationsroute liegen heute verschiedene Synagogen. Die Wahl dieser Route ist entsprechend eine reale Bedrohung hier lebender Juden“, hieß es bei der Antifa.
Im vergangenen Jahren zogen knapp 1000 Teilnehmer vom Adenauerplatz über den Kudamm zum Wittenbergplatz. Auch in diesem Jahr gibt es wieder strenge Auflagen. Fahnen der terroristischen Hisbollah-Organisation sind verboten, ebenso die Parolen „Tod Israel“ oder „Tod den Juden“. (mit epd)

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