Berlin : Den Besuchern gefällt die vorerst abgestellte Beleuchtung

Claudia von Salzen

Etwa 20 000 Besucher haben bisher die Projekt-Ausstellung "Wahrzeichen Reichstag" in der Kommode der Humboldt-Universität gesehen. Wolfgang Heinrich Fischer, der die Pyramide aus Laserstrahlen über dem Modell des Reichstags entworfen hat, zeigte sich gegenüber dem Tagesspiegel erfreut über die sehr positive Besucherresonanz. Noch bis zum kommenden Montag ist die Laser-Klang-Installation in der Kommode, der ehemaligen Königlichen Bibliothek (Eingang über das Alte Palais, Unter den Linden 9), täglich von 13 bis 21 Uhr zu sehen.

Fischer möchte die seit September geöffnete Installation eventuell ab April noch einmal zeigen. "Die bisherige Zeit war zu kurz, um das Modell wirklich bekannt zu machen und es auch allen Bundestagsabgeordneten zu zeigen." Das eigentliche Ziel, auf das Fischer mit der Ausstellung hinarbeitet, ist die Realisierung des Kunstwerkes am Reichstag: Für die Dauer eines Jahres möchte er nachts über dem Reichstagsgebäude eine Pyramide aus grünen Laserstrahlen entstehen lassen. Die Installation solle dann - wie auch schon in der Ausstellung - über Lautsprecher musikalisch durch Kompositionen u.a. von György Ligeti, Wilhelm Dieter Siebert und Lothar Voigtländer begleitet werden. Über dem Reichstag würden die Laserstrahlen noch weitaus filigraner wirken als im Modell, versichert er. Das Ganze lebe von der wechselnden Atmosphäre. "Und am traumhaftesten sieht es aus, wenn es schneit und die Schneekristalle von den Lichtstrahlen getroffen werden", schwärmt Fischer. Von der Wirkung der Laserstrahlen im Freien können sich Passanten auf der Straße Unter den Linden schon jetzt überzeugen: Drei Laserstrahlen weisen vom Dach der Kommode in verschiedene Richtungen der Stadt.

Doch bis zu einer eventuellen Realisierung des Projekts müssen Fischer und der Förderverein "Wahrzeichen Reichstag" noch viel Überzeugungsarbeit leisten. Dennoch zeigt sich Fischer optimistisch: "Wir gewinnen im Bundestag an Terrain." Zu den Befürwortern des Projekts zählt er Richard von Weizsäcker, Wolfgang Thierse, Otto Graf Lambsdorff, Hermann Otto Solms, Rudolf Seiters und Friedrich Bohl. Mehr als 4400 Besucher haben sich bisher in einer an Bundestagspräsident Thierse gerichteten Unterschriftenliste für eine Realisierung des Wahrzeichens ausgesprochen. Und im Gästebuch schreibt ein Besucher aus Ägypten, wenn man das Kunstwerk in Berlin nicht wolle - in Kairo ließe es sich bestimmt realisieren.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben