Berlin : Der Arzt, der Hände und Füße wieder annäht

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Andreas Eisenschenk, 47.

Beruf

Replantologe. Chefarzt der Klinik für Hand-, Replantations- und Mikrochirurgie am Unfallkrankenhaus Berlin.

Alltag

Wenn Eisenschenk einen Arm wieder annäht, vereinigt er zuerst die Knochen, dann die Sehnen, dann die Nerven und zum Schluss die Blutgefäße. Abgetrennte Arme kommen aber ziemlich selten vor, etwa einmal im Jahr. Fingeroperationen sind viel häufiger – und aussichtsreicher, denn ein Finger hält sich gekühlt sechs Stunden, weil keine sich schnell zersetzende Muskulatur drin ist. Einen Arm dagegen muss man nach drei Stunden wegwerfen. Etwa 70 völlig abgetrennte Körperteile nähen Eisenschenk und seine Kollegen pro Jahr wieder an; die Klinik gilt als eine der modernsten Europas. Sie wird von der Berufsgenossenschaft finanziert, weil hierher vor allem Menschen kommen, die mit Maschinen arbeiten – scharfen, schnellen vor allem: Kreissägen, Bohrern, Äxten. Insgesamt werden im Jahr hier rund 2000 Menschen operiert. Text: rcf/Foto: Mike Wolff

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