Berlin : Der Herr gibt

Für die Gethsemanekirche sind bereits 136 000 Euro gespendet worden – nun hilft auch der Senat.

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Es bröckelt. Die Kirche in Prenzlauer Berg muss saniert werden. Foto: Kitty Kleist-Heinrich
Es bröckelt. Die Kirche in Prenzlauer Berg muss saniert werden. Foto: Kitty Kleist-Heinrich

Am Seiteneingang steht ein Holzdach, und die kleine Grünanlage rund um die Gethsemanekirche in Prenzlauer Berg ist mittlerweile für den Publikumsverkehr gesperrt. Denn an dem Gotteshaus, das 1989 eine der Keimzellen für die friedliche Revolution in der früheren DDR war, bröckeln die Mauersteine. Die Kirche muss dringend saniert werden. Doch die Kosten betragen rund 1,6 Millionen Euro – Geld, das die Kirchengemeinde alleine nicht aufbringen kann. Im Frühjahr wurde deswegen eine Spendenaktion gestartet. Unter dem Motto „Gethsemane stützen“ sollen rund 500 000 Euro Eigenkapital für die Sanierung gesammelt werden. Der Rest des Geldes soll etwa aus Mitteln des Denkmalschutzes oder der Landeskirche zusammenkommen.

Im Moment sieht es für die Kirche an der Stargarder Straße relativ gut aus. „Wir haben einen sehr guten Spendeneingang und sind zufrieden“, sagt Geschäftsführer Frank Esch. Mittlerweile seien 136 000 Euro an Eigenkapital beisammen – etwas mehr als ein Viertel der benötigten Spenden. „Und wir haben eine provisorische Fördermittelzusage des Berliner Senats in Höhe von 615 000 Euro.“

Ende September will die Gemeinde die Bauplanungsunterlagen zur Genehmigung einreichen, danach werde entschieden, wann konkret die Christen aus Prenzlauer Berg mit den Fördermitteln rechnen können. „Wir hoffen auf einen Baubeginn im Frühjahr 2014“, sagt Esch. Begonnen werden soll im ersten Bauabschnitt an der Süd- und der Ostseite der Kirche: „Dort, wo die Ziegel heruntergekommen sind, soll es Mauerwerksarbeiten geben“, sagt Esch. Später sollen der Rest der Fassade und der Innenraum der Kirche folgen.

Parallel dazu werden natürlich weiterhin Spenden gesammelt. Zum Beispiel mittels sogenannter Steinpatenschaften: Ganz ähnlich wie an der Kaiser-Wilhelm- Gedächtniskirche, wo Interessierte symbolisch eine Patenschaft für eine Mauerfuge am Kirchturm übernehmen konnten, können Spender an der Gethsemanekirche eine Patenschaft für einen Mauerziegel übernehmen. Wer 125 Euro spendet, erhält zudem als Souvenir einen Mauerstein, der aus dem gleichen Material wie die Originalziegel der Kirche gebrannt ist. Dazu wird es auch im Herbst wieder Benefizkonzerte für den Erhalt des Gotteshauses geben: So gastiert am 17. Oktober der „Rias Kammerchor“ in der Gethsemanekirche. Und am 2. November führt der Konzertchor der Berliner Staatsoper dort eine „Tangomesse“ auf.Benjamin Lassiwe

Karten für die beiden Benefizkonzerte gibt es im Zentralbüro der Kirchengemeinde unter der Telefonnummer 01805- 700 73 oder im Internet unter: www.reservix.de.

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