Berlin : Der kleine Prinz

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Strahlend blauer Himmel krönte gestern Vormittag die Eröffnung des neu gestalteten Prinzessinnengartens am Opernpalais Unter den Linden. Die Standbilder der Helden der Befreiungskriege blicken jetzt über sattgrüne 7300 Quadratmeter Rasen. Den rechteckigen grünen Teppich fasst ein Rahmen aus Sandstein ein, auf dem die Bäume in lockerer Form integriert sind. Deren Star ist eine breitästige Platane – wie die Feldherren Blücher, Yorck und Gneisenau wird sie nachts angestrahlt.

Der Prinzessinnengarten ist ein Teil des Forum Fridericianum – für 820 000 Euro wurde die historische Mitte Berlins um ein Juwel reicher. Und nicht nur das – auch der angrenzende Cafégarten des Opernpalais Unter den Linden wurde neu geordnet. Mitten in Berlin kann man jetzt auf 480 Plätzen laue Sommernächte bis nach 24 Uhr genießen, „ohne, dass die Polizei gerufen wird – wo kann man da sonst noch“, sagte gestern der Herr über Kaffee, Kuchen und andere gastronomischen Angebote.

Dass er zugunsten des feinen Prinzessinnengartens seine unfeinen, aber lukrativen Wurstbuden entfernen ließ – dafür bekam Manfred Otte gestern sogar „schlossherrliches“ Lob. Der norddeutsche Landmaschinenverkäufer und Berliner Stadtschlosskämpfer Wilhelm von Boddien war begeistert von dem Prinzessinnengarten als „neuen Markstein für die alte Innenstadt“ und lobte den Opernpalais-Pächter für seinen Verzicht auf das schnelle Geschäft mit der Wurst. Stattdessen habe dieser sich „in den Dienst der Schönheit der Stadt gestellt“, sagte Boddien. „Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel“ wünschte er hanseatisch, dann könne nichts schief gehen. Am Prinzessinnengarten wurde dann gestern gefeiert – mit Wurst aus Thüringen und Leberkäse aus Bayern und Spatzen aus Berlin. Schon vor dem letzten festlichen Wort eroberten sie kess ihre Futterplätze und saßen als Erste auf den und um die funkelnagelneuen Gartentische.hema/Foto: Mike Wolff

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