Berlin : Der Musikerarzt

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Name

Helmut Möller, 64

Beruf

Leiter des Kurt-Singer-Instituts für Musikergesundheit an der Universität der Künste. Arzt, Psychoanalytiker, Professor für Psychosomatik. Und Cellist

Alltag

Schon im Jahr 1486 stellt ein italienischer Mediziner dies fest: „Durch kräftiges Blasen, dem Aufblähen des Bauches, sind Trompeter und Flötenspieler von Brüchen betroffen. Ganz hervorragende Trompeter spannen sich so an, dass sie Blut speien.“ Ein anderer ergänzt später: „Oft sogar schneiden sie sich selbst unvermutet den Lebensfaden ab.“ Die Idee von der Musikermedizin selbst ist also schon alt, spezialisierte Institute sind aber immer noch selten. Nur vier gibt es in Deutschland, nur eines in Berlin, obwohl hier doch 4900 Berufsmusiker leben. Helmut Möller und seine Kollegen verfolgen drei Ansätze. Erstens: Diagnostik und Beratung, sowohl bei körperlichen Beschwerden (Schiefhals bei Bratschisten, Tennisarm bei Drummern, Sehnenentzündung bei Xylophonisten) als auch bei seelischen wie Auftrittsangst. Zweitens: Sechs Kollegen lehren Musikphysiologie, will heißen Körperhaltung oder Lerntechniken. Drittens: die Forschung. Musikerhirne sehen in der motorischen Rinde ganz anders aus als die von Nichtmusikern. In den Sprechstunden (montags 13 bis 17 Uhr) sind aber nicht nur Profis willkommen, sondern auch Laien. Anmeldung: 31 85 25 80. Mehr: www.kurt-singer-institut.de. Foto: Mike Wolff/Text: rcf

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