Berlin : Der neue Dreh

Fernsehstars entdecken den Tresen – als Besitzer. Jetzt eröffnete Esther Schweins ihre zweite Saftbar

Aliki Nassoufis

Wenn einer oft vor der Kamera steht, muss ein Ausgleich her, dann muss der auch mal hinter etwas stehen. Hinter der Kamera, wenn er gar nicht vom Drehort lassen kann, oder hinterm Tresen, wenn’s auch mal was anderes sein darf.

Gleich zwei neue Promikneipen gibt es seit diesem Wochenende: In der Oranienburger Straße eröffnete Esther Schweins zusammen mit Niki Greb ihren zweiten „Grashopper“. Da gibt es, ganz anders als der Name – Grashopper heißt auch ein grünlicher Creme-Mente-Cocktail – vermuten lässt, nur Säfte, und auch das nur tagsüber. Funktionieren tut’s aber offenbar: Den ersten „Grashopper“ eröffneten die Frauen bereits im März in der Kreuzberger Bergmannstraße.

Das zweite neue Fernsehgesicht mit eigener Bar ist Heinz Hoenig, der rambohafte Vielfilmer. Er hat die „Caroshi-Bar“ am Potsdamer Platz übernommen und will die jetzt umbauen lassen. Ob er dann auch selber bedient, ist fraglich. Wahrscheinlich hält er es wie Ben Becker, der in seiner Bar „Trompete“ am Lützowplatz nur als Gast zu sehen ist.

Schweins und Greb dagegen sind nicht nur Gast-Besitzer, sie sind echte Anpack- Besitzer: Sie stehen hinter der Bar, stellen die Rezepte für die Drinks selber her. Schließlich war der „Grashopper“ ihre eigene Idee, sagt Mitgesellschafterin Bettina Siedentopf. Gäste haben die Wahl zwischen 13 Getränken wie Energie-, Montags- oder Beautyhopper. Als finanzielles Standbein neben der Schauspielerei sei die Bar jedoch nicht geplant.

Auch die Taverne „Terzo Mondo“ hat einen Anpack-Besitzer: Hier kauft der Lindenstraßen-Grieche Kostas Papanastasiou die Lebensmittel ein und unterhält die Gäste mit seiner Gitarre. Bei ihm kam die Schauspielerei allerdings erst nach dem „Terzo Mondo“. Das existiert seit Dezember 1972 in der Grolmannstraße 28. Erst 1985 kam Papanastasiou zur Lindenstraße „Ich musste überleben, deswegen habe ich die Taverne eröffnet“, sagt der Diplom-Architekt. Jetzt ist er jeden Tag selber in der Taverne, unterhält sich mit Gästen und gibt Touristen Autogramme.

Nebenan in der Grolmannstraße kann man Ex-Boxweltmeister Ralf Rocchigiani in seinem „Rocky’s Inn“ treffen, als Gast, nicht am Zapfhahn. Auch Oliver Berben ist ein Gast-Besitzer. Der Sohn von Iris Berben eröffnete im August das Restaurant „Sopranos“ (Kurfürstendamm 51). „Ich gehe gerne essen“, sagt Berben. Deswegen wollte er ein eigenes Restaurant haben. Davor betrieb er die Bar „Yva-Suite“. Daraus habe er einiges gelernt: „Die Nähe zu den Gästen ist besonders wichtig", sagt er. Wenn er also im Restaurant auftaucht, dann auch als Gast.

Der dritte Barbesitzertyp ist der abwesende Besitzer. Tatort-Kommissar Klaus Behrendt ist so selten in seinem „Zucca" am Hackeschen Markt wie Mo Asumang in ihrer „Seven Lounge“ (Ackerstraße). Ein Prominenter hat sich gerade wieder als Bar-Pate verabschiedet: Udo Lindenbergs „Checkpoint Udo“ im Maritim Hotel gibt es seit Ende Oktober nicht mehr.

Grashopper, Oranienburger Str. 1-3, Mo. bis Sa. 9 bis 20 Uhr, So. 11 bis 18 Uhr

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