Berlin : Der Pfarrer vom Olympiastadion

Bernhard Felmberg zeigte Bischof Wolfgang Huber die Kapelle in der Arena

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Noch ist es still in den Katakomben des Olympiastadions. Es riecht nach Farbe, Kabel hängen aus den Wänden, die noblen Parkettböden sind mit Papier abgedeckt. In einem Monat wird das Stadion mit einer großen Party eröffnet, „und wir befinden uns im Herzen der Arena“, sagt Bernhard Felmberg. Er wird dann der Pfarrer der neuen Stadionkapelle sein.

Gestern schaute Bischof Wolfgang Huber, Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche in Deutschland, im Stadion vorbei. „Das ist ein Ort, an dem man sich Gott anvertrauen kann“, sagte Huber. „Man kann die Hoffnung auf Siege ebenso aussprechen wie die Angst vor der Niederlage.“ Eines ist klar, so eine Saison wie die vergangene möchten die Fußballer von Hertha BSC nicht noch einmal erleben. Da sind die Berliner fast in die Zweite Liga abgestiegen.

Die Kapelle liegt nicht weit vom Spielfeld entfernt. Wenn die Fußballer den Rasen verlassen und über eine Steintreppe unter der neuen Tribüne verschwinden, befinden sie sich in einem großen Raum. Rechts geht es später zu ihren Kabinen, geradeaus aber in die Kapelle. An der Wand soll später einmal ein Kreuz hängen, für jeden Sportler sichtbar.

Doch die Kapelle soll nicht nur den Fußballern offen stehen, „sondern allen Menschen“, sagt Stadionpfarrer Felmberg. Für Hochzeiten und Taufen hätten sich die ersten schon angemeldet. Altar, Taufbecken und eine kleine Orgel werden in den nächsten Tagen geliefert. Felmberg selbst ist Protestant, doch auch die katholische Kirche hat sich dem Projekt schnell angeschlossen. „Es ist also eine gemeinsame ökumenische Kapelle“, sagt Felmberg.

In dem Raum selbst wird Fußball eine untergeordnete Rolle spielen, Trikots werden nicht aufgehängt. An den Spieltagen ist sie nur den Fußballern vorbehalten und dem Management, sagt Felmberg. „Wir können ja schlecht 76 000 Menschen dort hineinzwängen.“ 200 Quadratmeter ist die Kapelle groß, sie wird durch Spenden finanziert. Doch das läuft bislang nicht gut. Gebraucht werden 200 000 Euro, bislang sind erst 10 000 Euro zusammengekommen. AG

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