Berlin : Der Pferdedoktor

Seit zehn Jahren im Dienst: Benedikt Lubczyk ist Tierarzt auf der Grünen Woche

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Damit die Grüne Woche reibungslos über die Bühne geht, ist hinter den Kulissen viel Planung und Organisation nötig. Bis zum 28. Januar stellen wir täglich einen Menschen vor, der mit seiner Arbeit die Messe zu dem macht, was sie ist: Anziehungspunkt für Hunderttausende Besucher.

Dieses Jahr ist ein ruhigeres als das vergangene, zumindest für die Tierärzte auf der Grünen Woche, sagt Benedikt Lubczyk. 2006 bestimmte die Vogelgrippe die Tagesroutine unter dem Messeturm. Auch bei den Besuchern, die damals einen großen Bogen um alles gemacht hätten, was Flügel hat, erinnert sich Lubczyk. „Diesmal sind alle viel entspannter.“

Seit mehr als zehn Jahren ist der 50-Jährige einer der Veterinäre, die auf der Grünen Woche ihren Dienst tun. Für zehn Tage fährt er dann seinen Praxisbetrieb auf Notfalleinsätze herunter. „Viel Arbeit, aber auch viel Spaß sei der Messeeinsatz jedes Jahr“, sagt Lubczyk.

Mit drei Kollegen teilt er sich den Dienst. Einer übernimmt die Nachtschichten, der zweite im Tagesdienst ist Fachmann für Nutztiere. Lubczyk ist der Spezialist für die Pferde. Und weil keiner seiner tierischen Patienten in seinem knapp sechs Meter großen Büro in Halle 25 Platz hätte, ist er die meiste Zeit unterwegs im Gedrängel.

Gewöhnlich startet er gegen 7 Uhr mit seinem ersten Rundgang. Er guckt sich die Tiere und die Ställe an, redet mit den Pflegern, gibt Tipps. „Die meisten Probleme lassen sich schon im Vorfeld abwenden, wenn man die Ursachen rechtzeitig erkennt.“ Die meisten Vorfälle seien eh keine dramatischen. „Hautverletzungen sind das, was ich hier meist behandle“, sagt Lubczyk. Dass ein Pferd mal lahme, käme nur selten vor.

Ohnehin sei die Messe für die meisten Tiere keine große Belastung. „In der Regel werden hier nur prämierte Tiere mit einer langen Showkarriere ausgestellt, die an viel Rummel und Publikum gewöhnt sind“, sagt Lubczyk.

Heute hatte er auch erst einen Einsatz. Ein Pferd hatte eine Allergie entwickelt und Hautausschlag bekommen. Allergien, bei Pferden? Ja doch, bestätigt Lubczyk. „Das gibt es auch bei Tieren. Genauso wie Magenbeschwerden.“ Darunter litten nicht nur Messebesucher, die zu viel Probierhäppchen vertilgt hätten, sondern auch Tiere, die sich an fremdes Futter gewöhnen müssten. mho

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