• „Der Rasen? Keine Pfützen, keine Sorgen“ Platzwart Alan Cairncross über die Halme im Stadion

Berlin : „Der Rasen? Keine Pfützen, keine Sorgen“ Platzwart Alan Cairncross über die Halme im Stadion

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Herr Cairncross, Sie sind der Rasenchef im Olympiastadion – wie viele Pfützen zählen Sie nach diesem Unwetter?

Oh, Mann, das war wirklich viel Wasser! Aber keine Sorge, ich stehe gerade auf dem Platz, keine Pfützen, alles grün, nicht matschig. Den Halmen geht es gut. Das Wasser ist unterirdisch abgeflossen. Sorry, aber haben Sie noch weitere Fragen? Ich muss meinen Job machen.

Wie sieht ihr Job vorm Finale aus?

Tore rein, Eckfahnen rein, Kreidelinien ziehen, zwei Mal Mähen, fertig.

Zwei Mal Mähen?

Ja, wegen des Wassers in der Nacht. Wir düngen, tagsüber ist es warm, und in dieser Kombination wächst der Rasen sehr schnell. Die Fifa hat vorgeschrieben, dass die Halme exakt 2,8 Zentimeter hoch sein müssen. Also mähe ich ihn abends und am Morgen vor Anpfiff. Nachher meckert einer nach einem schlechten Pass: Oh, der Rasen war schuld – der war 2,9 Zentimeter lang!

Und was machen Sie nach dem Spiel mit dem Rasen?

In den Müll schmeißen.

Bitte?

Kleiner Witz. Am Dienstag wird der Rasen rausgeschält, die Firma Quelle schneidet ihn klein und verkauft ihn an die Fans.

Sie trennen sich vorher aber was ab, oder?

Nein, für mich ist das nur normaler Rasen.

Und wann wird der neue verlegt?

Das dauert noch, wir haben erst einmal vier Konzerte im Innern des Olympiastadions: Kirchen-Festival, Rolling Stones, zwei Mal Robbie Williams. Wenn die Fans tanzen, hätte das kein Rasen der Welt überlebt. Es ist gut, dass er raus ist.

Also haben Sie nach dem WM-Finale erst einmal Urlaub?

Ja, endlich.

Das Gespräch führte André Görke.

Alan Cairncross (50)

kam 1986 als Soldat der britischen Armee nach Berlin – und blieb als Gärtner. Der gebürtige Schotte kümmert sich seit

Jahren um den Rasen im Olympiastadion.

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