• Der Streit ist zu Ende: Newton gibt seine Sammlung nach Berlin Ab 2004 sind die Werke des Akt-Fotografen in der ehemaligen Kunstbibliothek am Bahnhof Zoo zu sehen

Berlin : Der Streit ist zu Ende: Newton gibt seine Sammlung nach Berlin Ab 2004 sind die Werke des Akt-Fotografen in der ehemaligen Kunstbibliothek am Bahnhof Zoo zu sehen

Christina Tilmann

Was lange währt, wird endlich gut: Helmut Newtons weltberühmte Fotosammlung kommt nach Berlin. Am 22. Oktober wird der Fotograf gemeinsam mit Stiftungspräsident Klaus-Dieter Lehmann in Berlin den Vertrag unterzeichnen, mit dem er seine Sammlung der Stiftung Preußischer Kulturbesitz überlässt. Auch Kulturstaatsministerin Christina Weiss und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit werden anwesend sein. Als Standort für die Sammlung, die den Grundstock eines „Deutschen Centrums für Fotografie“ (DCP) bilden soll, ist die frühere Kunstbibliothek in der Jebensstraße 2 direkt gegenüber des Bahnhof Zoo vorgesehen. Hier sollen auch die „fotografiebezogenen Aktivitäten“ der Stiftung Preußischer Kulturbesitz gebündelt werden.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz begrüßte Newtons Entscheidung: „Damit wird in Berlin, einst Zentrum der Mode- und Pressefotografie von internationalem Rang, ein markanter Meilenstein für die Fotografie gesetzt“, heißt es in einer Presseerklärung vom Dienstag. Die Gründung eines Berliner Fotografiezentrums war zuvor jahrelang verschleppt worden, nachdem der ursprüngliche Plan, es im östlichen Stülerbau gegenüber dem Schloss Charlottenburg unterzubringen, gescheitert war. Zuletzt war es als Verwaltungseinheit am Kulturforum untergebracht, eine „kleine Lösung“, wie Stiftungspräsident Lehmann zugab. Auch Newton hatte sein ursprüngliches Angebot zwischenzeitlich verärgert zurückgezogen.

Vermittelt wurde die nun glücklich endende Geschichte offenbar von Newtons Freund Heinz Berggruen. Er habe den Fotografen auf das Gebäude in der Jebensstraße aufmerksam gemacht, erzählte der seit einigen Jahren wieder in Berlin lebende Kunstsammler. Newton selbst, 1920 als Sohn eines jüdischen Kaufmanns in Charlottenburg geboren und 1938 emigriert, war in den vergangenen Jahren immer wieder gern nach Berlin gekommen. Der Fotograf lebt mit seiner Frau June in Monaco. Die Sammlung Newton umfasst Hunderttausende Negative und rund 1000 hochwertige Abzüge. Sie war zuletzt bei der Newton-Retrospektive 2000 in der Neuen Nationalgalerie zu sehen. Das Museum in der Jebensstraße soll ab Frühsommer 2004 öffentlich zugänglich sein.

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