Berlin : Der Tag der Motorsägen

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Viel Schlaf haben sie nicht bekommen, die Berliner Feuerwehr-Männer und ihre Helfer vom Technischen Hilfsdienst (THW). Bis fünf Uhr früh waren 1200 Mitarbeiter der Feuerwehr im Einsatz, um die Verwüstungen des Unwetters vom Mittwochabend zu beseitigen, unterstützt von 300 THW-Kräften. Bis in die frühen Morgenstunden hatten sie zahlreiche Straßen von entwurzelten Bäumen und herabgestürzten Ästen zu befreien. Doch das ganze Ausmaß der Katastrophe war erst im Laufe des Donnerstags zu übersehen. Gegen Mittag waren Feuerwehr und THW wieder auf den Beinen. Es war der Tag der Motorsägen. Und schon am Sonnabend steht der nächste Großkampftag bevor: 1000 Feuerwehr-Leute stehen dann im Dienst der Love Parade.

2500 umgerissene Bäume meldete Feuerwehr-Sprecher Wolfgang Rowenhagen. Jede Menge Holz fiel an für die Ablageplätze der bezirklichen Grünflächenämter. Größere Stämme finden Verwendung als Fahrbahnbegrenzung, alles andere wird gehäckselt und dient als Material zur Ausbesserung von Parkwegen oder als Bodenabdeckung.

Die Grünflächenämter der Bezirke mobilisierten alle verfügbaren Leute. Besonders schlimm traf es Charlottenburg-Wilmersdorf. „Wir haben extreme Verluste“, erklärte Baustadtrat Klaus-Dieter Gröhler. Während der Kurfürstendamm das Unwetter relativ unbeschadet überstand, fegten die Sturmböen aus südwestlicher Richtung in den Seitenstraßen ganze Baumreihen nieder. „Allein in der Meinekestraße wurden neun Bäume entwurzelt.“ Stark getroffen hat es auch die Fasanen- und die Rankestraße, den Klausener Platz und den Ludwigkirchplatz. Zwei Spielplätze und ein Friedhof mussten gesperrt werden. Alle 200 Mitarbeiter der „Baumkolonnen“ waren am Donnerstag mit Aufräumarbeiten beschäftigt, am Wochenende sollen zusätzliche Schichten geschoben werden. Baustadtrat Gröhler rechnet damit, dass allein die Räumung der Sturmschäden vier Wochen dauern wird. „Wir gehen nach ersten Schätzungen von Schäden in Höhe von 500 000 Euro aus.“ Der Baustadtrat kündigte an, gemeinsam mit anderen vom Unwetter betroffenen Bezirken an den Finanzsenator heranzutreten, um finanzielle Hilfen zu erhalten. Stephan Wiehler

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