Berlin : Der Trend zum Ehrenamt

Beim Unicef-Geburtstag zeigte Sabine Christiansen, wie sich Karriere und soziales Engagement vertragen

Elisabeth Binder

Wenn sie mit Politikern diskutiert, wirkt sie sachlich und, bei allem Charme, manchmal auch streng. Bei der Benefiz-Veranstaltung zum 40. Geburtstag von Unicef Berlin, der am Mittwoch Abend bei Pomp, Duck and Circumstance gefeiert wurde, konnten die Zuschauer eine ganz andere Sabine Christiansen erleben. Als Unicef-Botschafterin hielt sie eine überaus eindringliche und überraschend gefühlvolle Rede. „Es gibt kein feindliches Kind – nirgendwo auf der Welt“, sagte sie. Es seien immer Erwachsene, die Kinder für ihre Zwecke einsetzen. Sie sprach davon, was es bedeutet, Kindern und Jugendlichen Bildungschancen zu ermöglichen, die jahrelang auf der Flucht waren, und wie wichtig es ist, dass überall auf der Welt Mädchen Schulbildung erlangen können. „Wir bleiben, wenn die Presse geht“, beschrieb sie das oft mühselige und langwierige Engagement der Kinderhilfsorganisation der Vereinten Nationen. Etwa 121 Millionen Kinder werden jährlich nicht eingeschult und somit um die Chance gebracht, Not zu überwinden. In Berlin engagieren sich 200 Ehrenamtliche für Unicef, bundesweit sind es 8000. Sabine Christiansen ging auch auf die Bedeutung freiwilligen Engagements ein, damit Spenden möglichst direkt die Empfänger erreichen. Sie selber steht dabei für einen neuen Trend zum Ehrenamt. In der kleinen Spitzengruppe der Vorzeigefrauen, die in einer Männerdomäne Karriere gemacht haben, verzichtet sie darauf, sich mit einem übervollen Terminkalender von sozialen Aufgaben zu entschuldigen und engagiert sich trotzdem.

Um den Abend zu einem Erfolg zu machen, halfen auch noch viele andere mit. Hauptsponsor war Air Berlin, die Fluglinie engagiert sich schwerpunktmäßig für Projekte, die Kindern helfen. In Topform präsentierten sich Hans-Peter Wodarz und sein Team, etwa mit einer sensationellen Schlangenfrau und einer wunderbar poetischen Show fliegender, leuchtender und scheibchenweise hereingetragener Fische. Wie die Show-Elemente werden auch Fisch und Ente immer wieder neu in Szene gesetzt. Die Rotbarbe gab es auf Safranrisotto mit Zitronenthymian und die Ente selbst mit Kürbis-Aprikosen-Chutney, Grießstrudel und Ingwerjus. Jörg Sommerlath, der Bruder der schwedischen Königin, der Protokollchef des Auswärtigen Amtes Bernhard von der Planitz mit Frau Gisela, Tatort-Kommissar Boris Aljinovic, Ex-Senatorin Lore Maria Peschel-Gutzeit und Schauspielerin Ingrid Caven amüsierten sich zusammen mit Sabine Christiansen, Ingar Brueggemann und Ellen Roth von Unicef und vielen Förderern der Idee.

Bei der Versteigerung brachte eine Gesangsstunde mit dem Tenor Björn Casapietra stolze 1500 Euro, eine Nebenrolle im „Tatort“ gar 2700 Euro und Nina Hagens punkige Barbie immerhin 300 Euro. Hans-Peter Wodarz, der, wie er sagte, schon 3,5 Millionen Euro für wohltätige Zwecke eingespielt hat, hatte gerade die Nachricht erhalten, dass er auf dem jetzigen Platz auch noch während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 bleiben kann. Für ihn war es schon die fünfte Unicef-Gala im eigenen Zelt.

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