Berlin : Deutsche BA: Was machte der Fußballer im Flugzeug-Cockpit?

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Das Spitzengehalt ist so ziemlich das Einzige, was Piloten und Fußballprofis gemeinhaben. Dass Bundesliga-Stürmer Alfonso Garcia so nebenbei auch eine Punktlandung mit einer Boeing hingelegt habe, versuchte ausgerechnet das Stammkunden-Magazin der Deutschen BA seinen Lesern weis zu machen. Für die zweitgrößte Fluggesellschaft im Berlin-Verkehr geriet die werbewirksame Story unter der Überschrift "Pünktlich beim Gegner" prompt zum Eigentor. Denn die Vielflieger reagierten mehr geschockt als begeistert über den Fußballer als angeblichen Piloten, und so sah man sich jetzt zum Dementi genötigt.

"Möchten Sie mal landen?", habe der Kapitän gefragt, und für den von seinen Fans "Fonsi" genannten Kicker sei ein Kindheitstraum in Erfüllung gegangen, hieß es zunächst in der Zeitschrift. "Mit ein wenig Hilfe des Piloten" habe der Fußballstar aus Unterhaching die Maschine "sicher auf die Erde" gebracht. Da es sich um eine offizielle Publikation der Fluglinie handelt, glaubten offenbar viele Leser, die Deutsche BA lasse tatsächlich Laien an den Steuerknüppel. Zur Schadensbegrenzung erhielten jetzt alle Empfänger des Magazins einen Brief. "Fakt ist, dass Flugzeuge - gleich welcher Fluglinie, welcher Größe und welcher Bestimmung - nur von entsprechend ausgebildeten und lizensierten Piloten bedient und damit auch gelandet werden dürfen", heißt es dort. Das gelte selbstverständlich auch für die Deutsche BA. Der Kicker habe lediglich vom Besuchersitz im Cockpit den Anflug mitverfolgen können, "so als hätte er die Maschine selbst gelandet".

Der Autor des Textes, der eigentlich der Kundenwerbung dienen sollte, hatte das wohl etwas locker ausgelegt. Die Formulierung sei dann unbemerkt ins Blatt geraten, bedauerte eine Sprecherin der Deutschen BA. Klar sei dagegen, "das so etwas bei uns niemals vorkommt". In Unterhaching freut man sich über die unerwartete Publicity, auch wenn Alfonso Garcia längst gekündigt hat. Vereinsprecher Christian Romberg: "Ich kann mir nicht vorstellen, dass ihn die Reutlinger als Piloten eingekauft haben".

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