Berlin : Deutsche Comenius-Gesellschaft feierte den 300. Jahrestag

Heiko Schwarzburger

Die Deutsche Comenius-Gesellschaft hat am vergangenen Wochenende den 300. Jahrestag der Gründung der Königlich-Preussischen Akademie der Wissenschaften gefeiert. Ein Enkel des böhmischen Gelehrten Johann Amos Comenius, der preussische Hofprediger Daniel Ernst Jablonski, hatte den Kurfürsten von Brandenburg mit einer Denkschrift überzeugt, eine Akademie nach dem Vorbild der Gelehrtengesellschaften in Paris und London zu gründen. Am 19. März 1700 stimmte Friedrich III. dem Vorhaben zu. Erster Präsident wurde Gottfried Wilhelm Leibniz, erster Vizepräsident Jablonski. 1733 übernahm Jablonski dann auch die Leitung der angesehenen Akademie. Er vollendete damit das Lebenswerk seines berühmten Großvaters. Comenius hatte immer von einer solchen Gelehrtenschmiede geträumt, konnte aber seine Ideen wegen des Dreißigjährigen Krieges nicht umsetzen. Die Berlin-Brandenburgische Akademie wird der Gründung vor 300 Jahren in einem Festakt im Sommer gedenken.

Auf einem feierlichen Gottesdienst im Berliner Dom ehrten namhafte Politiker und Historiker aus Tschechien, Großbritannien, Deutschland und Japan den Vordenker der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Franticek Cerny, Botschafter der Tschechischen Republik in Deutschland, würdigte Jablonski als Vorreiter des deutsch-tschechischen Zusammenlebens. Die Gründung der Berliner Akademie sei ein Meilenstein in der gemeinsamen Geschichte von Deutschen und Tschechen. Auch Libuse Benesova, Präsidentin des Senats des Prager Parlaments, bezeichnete Jablonski als wichtigen Wegbereiter der Verständigung zwischen beiden Nationen. "Wir Tschechen sind sehr stolz, dass einer unserer Söhne die Berliner Geschicke so wesentlich mit bestimmte", sagte sie. Wissenschaftssenatorin Christa Thoben nahm ebenfalls an der Feier im Berliner Dom teil.

Zu Ehren von Jablonski wurden an der Parochialkirche ein neu restaurierter Epitaph des gelehrten Predigers sowie eine Gedenktafel enthüllt.

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