• Die 21-jährige, die die kleine Celina verschleppt hatte, wollte ihren Ex-Freund an sich binden

Berlin : Die 21-jährige, die die kleine Celina verschleppt hatte, wollte ihren Ex-Freund an sich binden

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Die Umwelt täuschte sie mit Kissen unterm Pullover - sogar die Eltern fielen darauf hereinweso

Die Entführerin der kleinen Celina Chantal hat nach Auffassung der Polizei große psychische Probleme. Wahrscheinlich werde Victoria K. einem Psychiater vorgestellt, der ein psychiatrisch-medizinisches Gutachten erstellen soll, hieß es dazu gestern. Die 21-jährige Frau habe sich in einer "ernsthaften Konfliktlage" befunden, als sie aus dem Krankenhaus Friedrichshain am vergangenen Freitag den erst drei Tage alten Säugling verschleppte.

Wie berichtet, hatte sie ihre Schwangerschaft nur erfunden, um ihren Freund, der sie vor Monaten verlassen hatte, wieder an sich zu binden. Allerdings mit wenig Erfolg. Der Mann hatte sich mit dem Gedanken an die bevorstehende Vaterschaft abgefunden, aber dachte anscheinend nicht daran, zu der Frau zurückzukehren. Beide stammten aus Bonn und kannten sich offenbar schon als Kinder aus gemeinsamer Schulzeit, hieß es dazu gestern. Die Frau, Tochter zweier Journalisten, war erst vor etwa eineinhalb Jahren aus Bonn nach Berlin gekommen und wollte hier angeblich Jura studieren. Derzeit ist aber noch nicht geklärt, ob sie tatsächlich immatrikuliert ist.

Zwischen dem Paar kam es in der Vergangenheit immer wieder zu Streitereien, bis sich der Freund von der 21-Jährigen trennte. Dabei schien nach Auffassung der Ermittler das Interesse der Frau an der Bindung größer gewesen zu sein, als das des Mannes. Nach der Trennung begann Victoria K. das Märchen von ihrer Schwangerschaft vorzubereiten. Sie richtete ein Kinderzimmer ein, kaufte Kindermöbel und Spielsachen. Im fortgeschrittenen Stadium der Schwangerschaft stopfte sie sich Kissen unter die weiten Pullover - aber niemand fragte sie nach den Ergebnissen der medizinischen Untersuchung des Ungeborenen. Das veranlasste gestern einen Mitarbeiter der Kripo die Eltern von Victoria K. als "so weltfremd" zu beschreiben, dass diese "noch nicht einmal auf den Gedanken kamen, nach den Ultraschallbildern des Kindes zu fragen".
© 1999

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