Die Amerikaner in Berlin : Ehrung für Veteranen der amerikanischen Berlin Brigade

1946 gründete Earl E. Albers in Berlin-Zehlendorf den ersten "German Youth Activities"-Klub. Jetzt erhielt der 2013 Verstorbene von damals betreuten Jugendlichen einen Gedenkstein.

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Wir Veteranen. Earl E. Albers (re.) und Luftbrücken-Pilot Gail Halvorsen bei einer Berlin-Veranstaltung 2010 an der Chapman University in Orange, Kalifornien.
Wir Veteranen. Earl E. Albers (re.) und Luftbrücken-Pilot Gail Halvorsen bei einer Berlin-Veranstaltung 2010 an der Chapman...Foto: David Moll

Es gibt Zufälle, die wirken wie bestellt. Hier geschieht das eine, tausende Kilometer entfernt das andere, aber eigentlich ist es eine Geschichte. Zum Beispiel dieser Tage in Zehlendorf und in Rockville. Maryland. Gerade besucht der ehemalige, nun in den USA lebende Berliner Gunter Seibold mit seiner Frau die alte Heimatstadt, dessen erster Kontakt zur Neuen Welt in der Stubenrauchstraße, im dortigen Klub für „German Youth Activities“ (GYA), stattfand. Es war 1946 die erste derartige Einrichtung, die sich um die Betreuung der Berliner Jugendlichen kümmerte. Gunter Seibold wohnte damals in der Nähe und besuchte den Klub, zeigte jetzt seiner Frau die alte Villa.

Hier also Rückbesinnung auf die eigenen Ursprünge, dort Ehrung des Hauptakteurs: Am Sonntag wurde dem Memorial Walkway des Casey House – Montgomery Hospice in Rockville in einer Feierstunde ein neuer Gedenkstein hinzugefügt: „In Honor of Sergeant Major Earl E. Albers Berlin Kids Saved“. Geehrt wurde damit der Begründer und Leiter des ersten Berliner GYA-Klubs in der Stubenrauchstraße 10 und später auch 9, der wie berichtet am 23. Juli 2013 im Hospiz gestorbene, Mitte September auf dem US-Nationalfriedhof Arlington mit allen militärischen Ehren bestattete Albers. Seine „Berlin Kids“, eine lockere Gruppe von ehemals in der Stubenrauchstraße von ihm betreuten, weiter hier lebenden oder über die USA und Kanada verstreuten Berlinern, hatten für den Stein gesammelt. Die so zusammengekommene Spende fließt dem Hospiz zu, in dem Albers in seinen letzten Tagen betreut wurde.

Albers war im April 1946 als Angehöriger des 3110 Signal Service Bataillon nach Berlin gekommen, hatte, gerührt von der Not und Hoffnungslosigkeit in der zerbombten Stadt, mit Jugendlichen eine lockere Sportgruppe gegründet. General Lucius D. Clay, damals stellvertretender Militärgouverneur der US-Besatzungszone, hatte die Gruppe zufällig gesehen und Albers aufgefordert, diese Aktivitäten auszubauen. Der in der Stubenrauchstraße gegründete Klub wurde zum Vorbild für die anderen Klubs in der US-Zone und besonders die neun weiteren in Berlin. Andreas Conrad

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