Berlin : Die Bratwurst muss weg

Imbiss am Brandenburger Tor soll Kiosk weichen

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Thomas Heeder ist ein etwas besonderer Imbissinhaber. Er hat Bundestagsabgeordnete wie Guido Westerwelle dazu gebracht, sich mit seinem Wurststand solidarisch zu erklären, und sogar Thomas Gottschalk schaltete sich in den Streit um Heeders Bratwurstbude am Brandenburger Tor ein. Deren Adressen seit 1998: Pariser Platz; Ebertstraße 24; Ebertstraße 25 – nächste Adresse: ungewiss. Es sieht so aus, als müsste er wieder mal umziehen.

Ende des Jahres läuft seine Konzession aus, eine auf ein Jahr befristete Verlängerung habe er „vor Wochen beantragt, aber bisher keine Antwort bekommen“. Er wird diese Genehmigung vorerst auch nicht kriegen: Am Wochenende schaltete das Tiefbauamt Mitte Zeitungsannoncen – es sucht für den Platz gegenüber dem Heederschen Imbiss einen Betreiber für einen festen Stand. Und Amtsleiter Harald Büttner sagt: „Wir verlängern die Genehmigung für den provisorischen Stand in der Ebertstraße definitiv nicht.“ Das Amt entspreche damit einer Empfehlung des Verwaltungsgerichts.

Den Pariser Platz mussten Heeder und sein Geschäftspartner Curt Bösenberg im Herbst 2002 verlassen. Der damalige Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) sagte, eine Wurstbude passe dort nicht hin. Dafür vergab er eine Ausnahmegenehmigung für die Ebertstraße. Im Februar 2003 hatten die Wurstbrater ihren Imbiss auf der Westseite des Brandenburger Tors gerade ein paar Stunden wiedereröffnet, da mussten sie ihn wieder schließen: Geschäftsleute in der Nachbarschaft hatten gegen die Sondererlaubnis geklagt. Das Verwaltungsgericht gab ihnen Recht. Heeder zog ein paar Meter weiter Richtung Reichstag.

Sich um den geplanten Kiosk zu bewerben, kann er sich derzeit nicht vorstellen. „Zu teuer, zu wenig Touristen, die dort vorbeilaufen. Wir wollen Würste verkaufen.“ Amtsleiter Büttner dagegen sagt, der neue Stand solle „schon mehr anbieten – etwa Karten und Stadtpläne“. mne

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