Berlin : Die CDU ist wählerisch

Friedbert Pflüger, Staatssekretär im Verteidigungsministerium, soll auf keinen Fall Berliner Spitzenkandidat werden

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Friedbert Pflüger, Staatssekretär im Bundesministerium für Verteidigung, hat keine Chance, Spitzenkandidat der Berliner Union zu werden. Es sei „abwegig“ zu glauben, dass Pflüger käme, verlautete gestern aus Führungskreisen des CDU- Landesverbands. So schlecht gehe es der Berliner CDU auch wieder nicht.

CDU-Landeschef Ingo Schmitt trat gestern gegenüber den eigenen Parteifreunden eilig Gerüchten entgegen, er unterstütze eine Kandidatur Pflügers. Und auf der Klausurtagung des CDU-Bundesvorstands in Mainz machten CDU-Generalsekretär Ronald Pofalla und Parteichefin Merkel deutlich, dass sie nicht vorhätten, dem Landesverband gegen dessen Willen jemanden aufzudrücken. „Den Vorschlag für die Spitzenkandidatur macht die Berliner CDU“, sagte Merkel.

Trotzdem entstand während der CDU-Klausur der Eindruck, dass der frisch aus dem Urlaub zurückgekehrte Pflüger durchaus nicht abgeneigt wäre, Kandidat zu werden. Allerdings hat die Findungskommission der Berliner CDU dem sicheren Vernehmen nach nie mit ihm gesprochen. Obwohl sich Pflüger schon 2005 angeboten hatte, aber er stieß bereits damals auf Beton.

Dem Außenpolitiker und ehemaligen Sprecher des Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker nehmen die Parteifreunde bis heute übel, dass er 1991 zu den Initiatoren des „Bonn-Antrages“ gehörte, die einen Umzug des Bundestages und der Bundesregierung nach Berlin unbedingt verhindern wollten. Aber auch sonst genießt Pflüger in der Landes-CDU keine Sympathien. Das gilt für die Parteiführung und die Kreischefs, aber auch für die CDU-Basis.

Weitere Kandidaten aus dem Kreis der CDU-Bundespolitiker gibt es derzeit angeblich nicht. Obwohl der frühere Finanzsenator Peter Kurth, der selbst nicht zur Verfügung steht, in der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“ noch mit einer „hervorragenden Lösung“ rechnet. Der Berliner CDU-Generalsekretär Frank Henkel schweigt eisern. „Am 31. Januar werden wir das Buch der Kandidatensuche schließen.“ za

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