Berlin : Die große Welle ist überstanden – ab sofort reisen Sie ruhiger

Gedränge auf den Bahnhöfen, dichter Verkehr auf den Autobahnen und viele Ferienflieger: Hochbetrieb war überall, aber große Probleme blieben die Ausnahme. In den Zügen sind noch Plätze frei

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Zum Beginn der Weihnachtsferien war gestern erwartet worden, dass es auf Straßen, Bahnhöfen und in Flughäfen eng würde. Tatsächlich herrschte überall nur reger Betrieb. Die langen Schlangen im Reisezentrum am Bahnhof Zoo konnten sich gut verteilen, alle Schalter waren geöffnet. Eine junge Frau rümpfte zwar nach fünf Minuten Wartezeit am Expressschalter die Nase, aber immerhin ging es voran. Auch große Verspätungen waren selten, nur der Zug nach Prag fuhr 40 Minuten zu spät. Ein gerade aus Dortmund eingetroffener Mittfünfziger sagte, der Zug sei voll, aber nicht überfüllt gewesen. Der Mann freute sich über die neuen Bahntarife: „Früher sind wir Auto gefahren. Aber die Bahnfahrt zu zweit kostete nur 120 Euro, weil wir vier Wochen vorher gebucht haben.“ Ein anderer Reisender berichtete aber von Chaos wegen falscher Reservierungen zwischen Bremen und Berlin. Bahnsprecher Holger Auferkamp schätzt, dass gestern rund eine halbe Million Menschen von und nach Berlin reisten – gegenüber 380 000 an normalen Tagen. Damit sei die größte Reisewelle überstanden; für die nächsten Tage seien die Züge erst zu einem Viertel ausgebucht. Beispielsweise am Montag oder Dienstag zu reisen, „wäre eine gute Idee“.

Im Staukalender des ADAC stand der Sonnabend auch als heikler Tag, aber die Polizei sah außer einem kaputten Lkw auf dem Berliner Ring keine Probleme. „Wir sind angenehm überrascht“, hieß es beim Verkehrswarndienst. Auch für die nächsten Tage seien – abgesehen vom Schnee – keine Schwierigkeiten in Sicht. „Alles ruhig“ hieß es ebenso bei der Potsdamer Polizei. Ein Sprecher des Präsidiums in Frankfurt (Oder) empfahl allerdings: „Lieber eine Decke mitnehmen, es könnte etwas länger dauern.“ Das galt für die Grenzübergänge: Knapp zwei Stunden mussten Autofahrer in Küstrin warten, fast vier in Frankfurt und fünf auf der A 12 – „mit zunehmender Tendenz“. Lastwagenfahrer standen sogar über 20 Stunden an.

Auf den Flughäfen war so viel Betrieb wie vor Weihnachten 2001, aber weniger als in früheren Jahren. 16 Ferienflieger starteten von Tegel, elf von Schönefeld, sagte ein Flughafensprecher. Sie brachten vor allem Urlauber auf die Kanaren und ans Mittelmeer, „außerdem sind viele türkische Familien zum Weihnachtsurlaub unterwegs“. obs

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