Berlin : Die Heimkehr des Bronze-Riesen

Treptower Soldatenstatue wird heute wieder aufgestellt

Thomas Loy

Jünger sieht er aus. Und makellos. Die Kur auf Rügen ist dem sowjetischen Soldaten gut bekommen. Die zwölf Meter hohe Monumentalplastik vom Weltkriegs-Ehrenmal im Treptower Park ist nach einer Generalsanierung wieder in Berlin. Gestern wurde sie vom Binnenschiff auf einen Tieflader gehievt, an einem hinter Abraumhalden und Bauzäunen versteckten Spreekai an der Köpenicker Landstraße. Heute wird der „Soldat mit Kind“ an seinem angestammten Ort wieder aufgerichtet. Als Abschluss soll ihm gegen 15 Uhr der Kopf aufgesetzt werden.

Norbert Karsunke von der Logistik-Firma „Karpack“ hat die 45 Tonnen schwere Bronzeplastik auf dem Land- und Seeweg nach Berlin begleitet. Aus seiner Sicht ein völlig unspektakulärer Auftrag. Komplikationen habe es nicht gegeben, erzählt er nüchtern. Das größte Risiko war der Wind. Mehr als Windstärke vier ist für Binnenschiffe auf der Ostsee nicht erlaubt.

Kurort für den Soldaten war eine Metallbau-Firma in Samtens auf Rügen. Die mit grüner Patina überzogene Bronzehaut wurde mit einem Strahl aus winzigen Glasperlen gereinigt. Alle Verschraubungen zwischen den 35 Einzelteilen mussten erneuert werden. Damit der Riese sicher steht, wurde ihm ein Korsett aus Edelstahl eingezogen. Die Gesamtkosten der Sanierung belaufen sich auf 1,5 Millionen Euro. Dafür kommt der Bund auf.

Das Denkmal des jungen Rotarmisten mit einem deutschen Kind im Arm war 1949 als Symbol für die Befreiung vom Faschismus errichtet worden. Es ist das Hauptmonument des Treptower Ehrenmals.

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