Berlin : Die Herzchirurgin

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Samira Musabacha, 34

Beruf

Assistenzärztin in der Chirurgie am Deutschen Herzzentrum.

Alltag

Samira Musabacha ist immer in Eile – für dieses Interview musste sie sich aus der Operation am Herzen eines Babys herausstehlen. Vor sechs Jahren hat sie am Herzzentrum angefangen, seit einem Jahr darf sie in den OP. Anfangs hat sie nur genäht, abgesaugt oder Haken gehalten, mittlerweile sägt sie auch Brustkörbe auf oder legt Bypässe. Sie ist hier ein Exot als eine von nur zwei Frauen im Herz-OP. Herzchirurgie sei bei Frauen nicht so beliebt, sagt Musabacha, denn der Job ist anstrengend: Zwei Operationen am Tag heißt mindestens acht Stunden lang stehen, immer in der gleichen Haltung – und außerdem „sind die Jungs hier alle Machos“. Darf man eben nicht so ernst nehmen.

Das Erlebnis der Woche

Um ein Erlebnis der Woche zu finden, muss Musabacha wirklich nachdenken – die dramatischsten Fälle sind schon Routine für sie. Aber vor ein paar Wochen hat sich einer mit Liebeskummer mal ein Messer ins Herz gestochen – hat es einfach vor die Brust gehalten und ist damit gegen die Wand gelaufen. Sie haben ihn aber wieder hingekriegt.Text: rcf/Foto: Mike Wolff

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