Berlin : Die Hilferufe des Eberhard R.

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Mehrfach hatte sich der verstorbene Häftling Eberhard Reichert an Politiker gewandt und ihnen seine Probleme geschildert.

Im Juni 2006 hatte er einen langen Brief an die damalige Justizsenatorin Karin Schubert geschrieben. Er begründete dies so: „Ich weiß mir anders nicht mehr zu helfen.“ Er legte dar, dass ihm die ärztlich verordnete Zusatzkost von einem Mitgefangenen unterschlagen würde. Dieser Diebstahl würde gedeckt durch die zuständige Justizangestellte. Nachdem er sich darüber in der Anstalt beschwert habe, sei seine Zelle durchsucht und die persönliche Habe beschlagnahmt worden. Nach Reicherts Einschätzung sei dies aus purer Rache geschehen. Dies bestätigen Mitgefangene: „Wer nicht spurt oder sich beschwert, hat es schwer in Tegel.“

Auch über die medizinische Versorgung beklagte sich Reichert bei Schubert: „Die ist schlicht – mit Verlaub – unter aller Sau.“

Auf eine Antwort musste Reichert lange warten. Erst nach zwei Monaten war ihm der Eingang seines Schreibens bestätigt worden, mit wenigen nichtssagenden Zeilen und nicht wie erhofft von der Senatorin sondern wieder von der JVA Tegel. Nachdem er sich darüber beschwert hatte, erhielt er Mitte September ein längeres Schreiben, wieder aus Tegel.

In der Dezember-Ausgabe der Gefangenenzeitung Lichtblick schilderte Reichert die „wahre Geschichte über eine Notfallversorgung in der JVA Tegel“ – die Geschichte seines damals letzten Ohnmachtsanfalls. Darin beklagt er unter anderem, dass ihm Medikamente mit seit Monaten abgelaufenen Haltbarkeitsdatum verabreicht worden seien. Ha

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